Inhalt
Die 27. Veranstaltung von „Kultur Pur – Leckerbissen für die Rosenheimer Kleinkunstszene“ wird wie immer eine Kombination aus arrivierten und jungen Künstlern verschiedener Genres.
LENZE
Lorenz Schmid, der Astl-Lenze aus Oberaudorf, ist ein gefragter, umtriebiger Musiker und er hat in seinem Musikantenleben schon außergewöhnliche viele und gute Songs geschrieben und eingespielt. Er spielt hier solo, nur mit Gitarre und Keyboard. Seine Lieder sind ein erfrischend origineller Mix aus Volksmusik, Pop und Chanson. Die Texte sind phantasiereich und witzig, sie sind außergewöhnlich, oft nicht gleich fassbar, mit farbigen Assoziationsmöglichkeiten. Seine Musik geht ins Blut, er findet wunderschöne Melodien und singt richtig gut. Grundiert wird sie durch erdige bayrische Mundart, stoisch, wortkarg, wie bei „er mog ned redn“. Selten erzählend. Geschickt werden Wiederholungen benutzt, die den Songs Würze aber auch Leichtigkeit verleihen. Überhaupt - die Texte: Der „Salod“ wird gelobt, versponnen über den Bruder mit dem „Moped“ berichtet, es gibt den „Kua Bua“, den die Mamma vor dem Teufel warnt. Er will aus Langeweile Nasen bohren, er lügt und verweigert seine Hilfe und kann ohne sein Haustier „Franze“ nimmer sein. Sein Geburtstagslied hat schon viele Feiern erwärmt. Dazu findet er nie sein „Schaafe“, aber des geniert eam ned - „er duat si ned obe“.
LUFT & SAITEN
Zwei Frauen, die die Liebe zur Musik freundschaftlich verbindet. Das ist die Duobesetzung Luft & Saiten mit steirischer Harmonika und Harfe. Mit klarer Präzision und höchstem Feingefühl leben Irmi Schuhbauer und Elisabeth Grandl ihre musikalische Leidenschaft auf ihren so unterschiedlichen Musikinstrumenten aus. Von frischen Klangstücken bis zu rhythmisch feurigem Heimatsound, bayrisch traditionell, aber auch weltoffen und experimentell, mit Sensibilität und Tiefgründigkeit, mit viel Humor und Herz – das zeichnet die Vielseitigkeit der beiden sympathischen Musikerinnen aus, die regelmäßig in Sendungen des Bayrischen Rundfunks und im Bayrischen Fernsehen zu erleben sind. Das Duo Luft & Saiten ist eine hörenswerte Fusion aus Vollblutmusikerinnen mit einzigartigen Persönlichkeiten - eine Bereicherung für jede Gelegenheit und jeden Moment, zu dem beste, handgemachte Musik gewünscht und gebraucht wird, sowohl im Vordergrund als auch im Hintergrund.
ANHEIZHOLZ
Folk-Pop mäandernd zwischen Südbayern und Skandinavien
Vom oberbayerischen Schnaitsee aus hat man einen fantastischen Blick über den Chiemgau und den Chiemsee bis in die nahen Berge. Vielleicht ist es dieser Weitblick, der den Songs des noch jungen Bandprojekts „Anheizholz“ so viel Dynamik verleiht. Auch eine Strahlkraft, die schnell ein musikalisches Feuer entfacht. Ein kraftvoller, mitreißender und vor allem sehr eigener Heimatsound ist da entstanden. Eine Melange aus Folk, Pop und klassischer Musik, bei der die bayerischen Wurzeln immer hörbar sind. Die Songs von „Anheizholz“ klingen wie die vertonte Liebeserklärung an die sanft hügelige Heimat, die eine Tangente Richtung Norden zieht: in den sattgrünen Farbenrausch Irlands und Schottlands bis hinauf in die archaisch-raue Schönheit Norwegens. Die mal stahlblauen, mal nachtschwarzen Farben des Nordmeers spiegeln sich im Bayerischen Meer, dem Chiemsee, und seinen vielen angrenzenden Seen wieder. Eine musikalische Hommage an die Heimat und die Natur, die tief aus den Herzen der beiden kommt und hörbar macht, dass den Chiemgau und Skandinavien eine gewisse Mystik verbindet.
NEUROSENHEIMER
Wir machen hausgemachte Musik mit ehrlichen bayerischen Texten und selbstgeschriebenen Melodien. Das Ganze wird zu viert (Zitat: „lustige Weibertruppe mit Tubamann“) mit Gitarre, Akkordeon, Tuba, Nasenflöte, dem Waggerl (einer liebgewonnenen Melodika), der indischen Schwester der bayerischen Ziach und vielen weiteren Instrumenten vorgetragen und mit aufschlussreichen Anmoderationen versehen.
In unseren Liedern besingen wir Rosenheim und das Leben in Bayern im Allgemeinen und die menschlichen, bayerischen Eigenheiten im Speziellen. So nehmen wir z.B. unsere eigenen Neurosen und die unserer Mitmenschen ziemlich genau unter die Lupe, erkunden, was das älter werden mit uns macht oder engagieren uns für aussterbende Küchengeheimnisse.
Das Ergebnis: bayerisch-neurotische Lebensmusik, eine von uns selbstkreierte Liedform, deren Texte sich gut zum Mitsingen, aber auch zum Nachdenken eignen.
TOM BRÜCKNER, Musikkabarettist









































































