Mit großem Erfolg hat die Komödie „Wir sind die Neuen“ am Samstag (19. September) Premiere im Rosenheimer Theater am Markt gefeiert. Das Stück stellt die klassischen Generationenkonflikte auf herrlich verdrehte Weise auf den Kopf.
Rosenheim – Das Theater am Markt (TAM OST) hat am Samstag (19. September) die Premiere der Komödie „Wir sind die Neuen" gefeiert. Die Bühnenfassung von Jürgen Popig nach dem gleichnamigen Film von Ralf Westhoff erlebte unter der Regie von Gerd Niedermayer und Anja Rajch vor ausverkauftem Haus ihre Premiere auf der TAM-OST-Bühne.
Das Stück dreht die gängigen Generationenklischees bewusst um: Während Anne, Eddi und Johannes nach Jahrzehnten ihre Studenten-WG wiederbeleben und ein unbekümmertes Leben wie einst herbeireden, wohnt über ihnen eine Studenten-WG, die stocksteif, leistungsorientiert und beinahe spießig wirkt. Die vorprogrammierte Konfrontation folgt prompt – und entfaltet sich zu einem ausgesprochen unterhaltsamen Abend, der dort seine eigentliche Geschichte beginnt, wo die üblichen Zuschreibungen nicht mehr greifen.
Einfaches Bühnenbild und starkes Ensemble
Das Bühnenbild von Frank Magener, der zugleich den Charakter Johannes verkörpert, kommt mit einem einfachen, aber wirkungsvollen Kunstgriff aus: Die beiden Wohnungen und Szenenwechsel entstehen wesentlich durch die Lichtfarbe und trennen die zwei Lebenswelten auf Anhieb klar voneinander.
Das durchweg überzeugende Ensemble trägt maßgeblich dazu bei, dass man den sechs Figuren gerne folgt. Martha Herrmann verkörpert Anne mit stahlhart durchgezogener Hochnäsigkeit, die angenehme Fremdscham erzeugt. Mareike Ave ist als Kunststudentin Barbara ausgesprochen nahbar, ihre Gefühle nimmt man ihr jederzeit ab. Christoph Uckermann entwickelt sich als lädierter Jurastudent Thorsten zum sympathischen Running Gag. Sabine Weidinger nimmt man die engagierte Alt-68erin vollständig ab – resolut im Hier und Jetzt und dennoch bereit, auf manche moderne Technik zu verzichten. Klaus Schöberl gibt mit sichtlicher Freude den Playboy Eddi, lässt hinter dessen Fassade aber auch eine gescheiterte Ehe, die Distanz zu seinen Kindern und eigene Verletzlichkeit durchscheinen.
Annäherung über Generationengrenzen hinweg
Im Verlauf des Stücks kippt die Perspektive: Die ältere Generation realisiert ihre eigene Vergänglichkeit, während sich zeigt, dass auch die scheinbar so souveränen Studenten ihr Leben keineswegs im Griff haben. Leistungsdruck, Liebeskummer und Zukunftsangst kennen eben kein Geburtsjahr. Aus zwei WGs, die sich zunächst gegenseitig für weltfremd halten, werden Nachbarn, die füreinander da sind. Zum Schluss sind einem sämtliche sechs Charaktere ans Herz gewachsen – und das bunt gemischte Publikum holte das Ensemble mit vier verdienten Applausrunden immer wieder auf die Bühne.
„Wir sind die Neuen" ist noch bis zum 17. Oktober 2026 im TAM OST zu sehen. Karten gibt es auf www.tam-ost.de sowie im TicketZentrum Rosenheim und im Theaterbüro Donnerstag 16- 19 Uhr. (red)