Premiere:

6

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November

2021

Fr/Sa/So 12./13./14. November

Fr/Sa/So 19./20./21. November

Fr/Sa/So 26./27./28. November

Fr/Sa 03./04. Dezember

Spielbeginn

freitags 20 Uhr
samstags 20 Uhr
sonntags 17 Uhr

Einlass

ca. 60 Min. vor Spielbeginn

Bewirtung

Gerne können Sie sich vorher und/oder nachher von der „Theaterschenke“ kulinarisch verwöhnen lassen.

Inhalt

„Gift. Eine Ehegeschichte“ gehört seit langem zu den international meistgespielten Gegenwartstücken. Das Werk der renommierten, niederländischen Autorin Lot Vekemans, überrascht, erschüttert und tröstet gleichermaßen.

ER: „Du hast Dich nicht verändert.“
SIE: „Na, dann komm mir besser nicht näher.“


Die Autorin selbst sagt über GIFT:

Bei Gift geht es darum, was mit einem passiert, wenn der ganze Boden unter den Füßen weggefegt wird. Wie geht man damit um, wenn das Schicksal plötzlich jeden Griff nimmt.

Auf dem Friedhof findet nach zehn Jahren Trennung das erste unsichere Wiedersehen eines Ehepaares statt. Ein tragischer Unglücksfall führte damals dazu, dass der Mann seine Frau und ihren gemeinsamen Lebensweg an einem Silvesterabend verließ. Die Frau blieb allein im gemeinsamen Haus und in ihrer Trauer zurück.

An diesem regnerischen Tag auf dem Friedhof brechen jahrelang gehegte Vorwürfe auf. In Wortgefechten verletzen und erklären beide zugleich, ob und wie jeder das Erlebte verarbeitet hat und nun das eigene Leben gestaltet.

SIE: „Bin ich so?“
ER: „So bist Du.“
SIE: „So will ich überhaupt nicht sein.“
ER: „Ich weiß.“


Die sensible Sprache zieht mit jedem Wort den Zuschauer direkt in die teils heftig geführte Auseinandersetzung, macht ihn beinahe selbst zum Protagonisten.
Dabei lässt das Stück in der tiefsten Tragik des Augenblicks auch komische Momente aufblitzen. Man verlässt das Theater mit einer hoffnungsvollen Betroffenheit.


Gift ist ein ehrliches, ein aufrichtiges Werk,
das mit der klaren Sprache der beiden Protagonisten auch tröstet,
ohne zu verharmlosen.

 Wallgraben Theater, Freiburg 2012

Der ehemalige Intendant der Münchner Kammerspiele, Johan Simons, inszenierte die Uraufführung von GIFT in Gent sowie den Monolog JUDAS mit Steven Scharf in München.

Für „Judas“ erhielt Lot Vekemans 2016 den Ludwig-Mühlheim-Theaterpreis für religiöse Dramatik. und für Gift den Taalunie Toneelschrijfprijs für das beste in den Niederlanden aufgeführte Stück.

Lot Vekemans, Bild. Carla Kogelman, Website: lotvekemans.nl
Lot Vekemans, Bild. Carla Kogelman, Website: lotvekemans.nl

Lot Vekemans wurde 1965 im niederländischen Oss geboren. Nach ihrem Studium der Humangeographie an der Reichsuniversität Utrecht absolvierte sie eine Ausbildung zur Theaterschriftstellerin an der Akademie für Autoren „‘t Colofon“ in Amsterdam. 

Seit 1999 widmete sie sich gänzlich der Dramatik, schrieb Stücke für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. 

Ende 2004 gründete sie ihre eigene Theatergruppe Stiftung M.A.M. (Mehrere Antworten Möglich). 

Der internationale Durchbruch gelang ihr mit dem in 2009 uraufgeführten Theaterstück „Gif.“ 2009 und 2012 wurde sie zu den Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin eingeladen.

Ensemble

Regie

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Bühne

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Technik

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Plakat und Programmheft

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Kritik

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„GIFT“ IM TAM OST ROSENHEIM

Eine Ehegeschichte getragen vom Tod des Sohnes: Macht Leid süchtig?

09.11.2021 11:48

Feinstes Kammerspiel bieten Sabine Herrberg und Oliver Schmidt.

Rosenheim – Mit „Gift. Eine Ehegeschichte“ feierte das TAM-OST eine ebenso nachdenkliche wie eindrucksvolle Premiere. Das Theaterstück der niederländischen Autorin Lot Vekemans gehört seit Langem zu den international meistgespielten Gegenwartsstücken.

Es wurde für das beste in den Niederlanden aufgeführte Stück mit dem „Taalunie Toneelschrijfprijs“ ausgezeichnet. Für das TAM-OST inszenierte nun Stefan Vincent Schmidt die Begegnung eines schon lange getrennten Ehepaares, dessen Geschichte durch einen tragischen Unglücksfall bestimmt wurde. Dieser plötzliche Schicksalsschlag hat dem Paar den Boden unter den Füßen weggezogen. Sabine Herrberg und Oliver Schmidt spielen diese Frau und diesen Mann, die sich nach elf Jahren auf dem Friedhof wieder treffen, auf dem sie damals ihren tödlich verunglückten Sohn beerdigen mussten. Unter dem Vorwand, das Grab des Kindes müsse verlegt werden, weil der Friedhofsboden mit Giftgas kontaminiert sei, hat die trauernde Mutter dieses Treffen herbeigeführt.

Gift in den Seelen

Was zwischen den beiden wirkt, ist aber das Gift, das sich in ihren Seelen angesammelt hat und das bei ihrer Suche nach einem neuen Leben nun ins Freie drängt. Mit dieser Frau und diesem Mann erleben die Zuschauer, wie unterschiedlich Menschen mit ihrem Leid, mit ihrer Trauer und auch mit ihrem Überlebenswillen umgehen. Ihr Schicksal scheint schon vorbei zu sein, aber sie müssen ihre Vergangenheit noch einmal durchlaufen, weil sie hoffen, in einem neuen, glücklicheren Leben anzukommen.

Schweigen in all den Jahren

Das Schweigen in all diesen Jahren liegt hinter ihnen, seit sie an einem Silvesterabend sang- und klanglos voneinander gingen.

Der Mann hat Ruhe gefunden, weil er zunehmend bereit ist, das Schicksal hinzunehmen. Aber die Frau kann ihre Trauer nicht loslassen, sie ist ihr Lebensinhalt, ihre „Sucht“ geworden. Und so können die beiden nicht wirklich zueinander finden. Vekemans‘ schnörkellose, schlichte Sprache verstärkt die Spannung zwischen Abrechnung und Annäherung, zwischen Trauer und Trost, zwischen Härte und Zärtlichkeit.

Behutsame Lichtführung

Der erfahrene Regisseur Stefan Vincent Schmidt gewährt seinen Protagonisten in einem überaus kargen Bühnenbild und mit behutsamer Lichtführung (Reinhard Scheide) reichlich Raum zur Entfaltung dieser so ungleichen Charaktere. Und Sabine Herrberg und Oliver Schmidt geben ihren Figuren auf eindringliche Weise alle kantigen und alle verletzlichen Seiten, sie füllen die Gesprächspausen mit ihrer Gegenwart, ziehen das Publikum ohne große Gesten in ihren Bann. Das ist feinstes Kammerspiel, wenn die persönlichen Vorwürfe und Entschuldigungen der Menschen auf der Bühne zu wohlbekannten Mustern werden, die auch dem Zuschauer vertraut sind, sowohl in ihrem tödlichen Ernst, als auch in ihrer unvermeidlichen Komik. Die sensible Sprache zieht mit jedem Wort selbst ins Geschehen und hinterlässt die Erinnerung an einen berührenden Theaterabend.

Renate M. Mayer

Kontakt

HINWEIS: Buchungen/Reservierungen sind hier nicht möglich. Hier gehts's zum Kartenvorverkauf.

TAM OST

Theater am Markt e.V.

Chiemseestr. 31
83022 Rosenheim

Telefon: 08031 234180

E-Mail: kontakt@tam-ost.de

BÜROZEITEN

Donnerstags von 16 – 19 Uhr ist Frau Gabi Tachakor für Sie da

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