Premiere:

22

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September

2018

Fr/Sa 28/29 September

So 30 September

Sa 6 Oktober

So 7 Oktober

Fr/Sa 12/13 Oktober

So 14 Oktober

Fr/Sa 19/20 Oktober

So 21 Oktober

Spielbeginn

freitags 20 Uhr
samstags 20 Uhr
sonntags 17 Uhr

Einlass

ca. 60 Min. vor Spielbeginn

Bewirtung

Gerne können Sie sich vorher und/oder nachher von der „Theaterschenke“ kulinarisch verwöhnen lassen.

Inhalt

„Das ist das witzig-anmutvollste, das geistreichste,
das tiefste und schönste Theaterspielwerk der Welt“
Thomas Mann

"Merkur", Klaus Einsele, Bild: Albert Aschl
„Merkur“, Klaus Einsele, Bild: Albert Aschl
(lnr) "Sosias, Amphitryon und Alkmene", Klaus Schöberl, Oliver Schmid und Sabine Herrberg, Bild: Albert Aschl
(lnr) „Sosias, Amphitryon und Alkmene“, Klaus Schöberl, Oliver Schmid und Sabine Herrberg, Bild: Albert Aschl

Wollen Sie Thomas Mann widersprechen und sich selbst eine Meinung über „Amphitryon“ von Heinrich von Kleist bilden?
Diese dramatische Komödie der griechischen Mythologie stellt die Protagonisten der aktuellen „#MeToo“-Debatte in den dunkelsten Schatten – denn kein Geringerer als Gott Jupiter selbst verführt in der Maske des Amphitryon dessen schöne Gattin Alkmene.

Der brave Diener Sosias und sein, einem göttlichen Flirt nicht abgeneigtes Weib Charis werden derweil vom Gott Merkur auf die Schippe genommen.

"Charis und Sosias", Gabriela Schmidt und Klaus Schöberl, Bild: Albert Aschl
„Charis und Sosias“, Gabriela Schmidt und Klaus Schöberl, Bild: Albert Aschl

Ob gottgewollt oder nicht – es bleibt keiner ungeschoren, jeder verliert sich, jedwede Identität wird auf dem Scheiterhaufen der göttlichen Allmacht geröstet. Und doch steht selbst Gott Jupiter am Ende mittendrin und gleichzeitig mit dem Rücken zur Wand. Ihn rettet nur der Rückzug auf den Olymp.

Mit einem „Ach“ endet diese Tragikomödie um den mythologischen Missbrauch von Machtpositionen, dessen Inhalt nichts an Aktualität eingebüßt hat.

Zuletzt nochmals Thomas Mann: „Man soll mich wissen lassen, wenn eine solche Aufführung ist…ich reise weit um sie zu sehen.“
Und Sie?

Feature zur Vorpremiere von Radio Regenbogen zum anhören:
(Das Original finden Sie hier: http://radioregenbogen.de/upload/RR-0917_Amphitryon_PC.mp3)

Audio-Player

https://www.tam-ost.de/wp-content/uploads/2014/10/RR-0917_Amphitryon_PC.mp3

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Weitere Bilder finden Sie in der Galerie der Bilder von Albert Aschl:
https://photos.app.goo.gl/XKu18cmxK9pvnhJb6

Und in der Galerie der Bilder von Günther Stranzinger:
https://photos.app.goo.gl/cjMHrxbCPmSvHt499

Kritik

Besprechung im Radio Regenbogen zum anhören:
(Das Original finden Sie natürlich hier: http://radioregenbogen.de/upload/RR-0924_KL_Amphitryon_PC.mp3

Audio-Player

https://www.tam-ost.de/wp-content/uploads/2014/10/RR-0924_KL_Amphitryon_Kritik.mp3

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OVB Rosenheim vom 27.09.2018

Mit einem geschickten Kniff…

lässt Regisseur Stefan Vincent Schmidt im TAM OST seine Inszenierung von Heinrich von Kleists „Amphitryon“ beginnen: Er leiht sich den Prolog aus Molières gleichnamiger Komödie.

„Merkur und Nacht“, Klaus Einsele und Daniela Mayer, Bild: Günther Stranzinger

Aber nicht nur, dass auch das Zwiegespräch zwischen Götterbote Merkur (Klaus Einsele) und der Göttin der Nacht (Daniela Mayer) ein ebenso vergnüglicher wie eleganter Schlagabtausch ist, es weist dem in antiker Mythologie vielleicht nicht bewandertem Zuschauer einen Pfad durch die Handlung: Es geht um eine Ehebruchsgeschichte als Verwechslungskomödie.

Alkmene erwartet die Rückkehr ihres Gatten Amphitryon, des siegreichen Feldherren der Thebaner. Doch in der Nacht vor dessen Ankunft schleicht sich Göttervater Jupiter in Gestalt Amphitryons in Alkmenes Schlafgemach. Als Alkmene am nächsten Morgen ihrem tatsächlich heimgekehrten Gatten von der vermeintlich gemeinsamen Liebesnacht erzählt, fühlt der sich von seiner Frau betrogen.

Ähnliches widerfährt Sosias, dem Diener des Amphitryon. Ihm raubt Merkur die Identität. Zwar verführt der Götterbote in Gestalt von Sosias nicht dessen Frau Charis, bringt sie aber durch sein beleidigendes Verhalten so auf, dass sie ihrem Mann die Hörner aufsetzen will.

„Sage mir: Da ich Sosias nicht bin, wer ich bin? Denn etwas, gibt es zu, muss ich doch sein.“Klaus Schöberl (links) und Klaus Einsele als Sosias und Merkur. Stranzinger
„Sage mir: Da ich Sosias nicht bin, wer ich bin? Denn etwas, gibt es zu, muss ich doch sein“ – „Sosias und Merkur“, (lnr) Klaus Schöberl und Klaus Einsele, Bild: Günter Stranzinger

Das komödiantische Zentrum des Stücks bildet der köstliche Schlagabtausch zwischen Sosias (Klaus Schöberl, herrlich einfältig) und Merkur (Klaus Einsele, überzeugend grausam-schlitzohrig).

Gabriela Schmidt ist nicht die keifende Gattin, sondern eine empfindsame Charis, pendelnd zwischen einfühlsamer Dienerin und verzweifelnd an ihrem Klotz von Ehemann.

Das ist lustig und vergnüglich. Doch Kleist geht weit über Molière hinaus und stellt die Frage: Was bleibt vom Menschen, nimmt man ihm seinen Namen, die Liebe, die ihm entgegengebracht wird, seine Stellung in der Gesellschaft? Während sich Sosias bauernschlau in sein Schicksal fügt, kann sein Herr Amphitryon dies nicht. Oliver Schmid geht glaubwürdig den Weg von Verwunderung über Unglauben und bis zur Verzweiflung, als seine Frau ihn bei der Gegenüberstellung mit Jupiter nicht erkennt. Sabine Herrberg spielt eindrucksvoll diese Alkmene, wandelnd auf dem Grat zwischen tugendhafter Gattin und verführerischer Geliebter.

„Alkmene und Jupiter“, Sabine Herrberg und Helmut Huber, Bild: Günther Stranzinger

Jupiter ist die wohl vielschichtigste Figur: Von Langeweile getrieben, sucht er das erotische Abenteuer. Großspurig und charmant ist da Helmut Huber als verführerischer Göttervater. Doch er will mehr als eine Liebesnacht: Er möchte geliebt werden. Doch Alkmenes Liebe gilt ja nicht ihm, Jupiter, sondern ihrem Ehemann, dessen Gestalt Jupiter angenommen hat. Ein Zwiespalt, dem auch der Göttliche nicht entkommt. Und so steht Helmut Huber schließlich auf der Bühne und winselt um die Liebe der Frau. Doch letztlich zieht er kaltlächelnd das göttlich-grausame Spiel durch. Am Schluss, so viel sei verraten, löst sich alles auf, jeder ist wieder er selbst. Doch nichts ist gut: Zurück bleiben Menschen, die in ihrer Selbstgewissheit bis ins Mark erschüttert sind.

Das Ensemble des TAM OST kommt mit einem äußerst reduzierten Bühnenbild (Stefan Vincent Schmid) aus: ein roter Teppich, eine Palasttür, eine umgestürzte Säule und eine Säule aus herabhängenden Fäden – und setzt mit Erfolg auf seine schauspielerische Stärke. In den komödiantischen Passagen funkeln die Kleist‘schen Dialoge wie in einer Screwball-Komödie, in den tragischen Momenten teilt man die Verzweiflung der Figuren. Die Zuschauer dankten für einen unterhaltsamen wie klugen Theaterabend mit langem Applaus.

Kontakt

HINWEIS: Buchungen/Reservierungen sind hier nicht möglich. Hier gehts's zum Kartenvorverkauf.

TAM OST

Theater am Markt e.V.

Chiemseestr. 31
83022 Rosenheim

Telefon: 08031 234180

E-Mail: kontakt@tam-ost.de

BÜROZEITEN

Donnerstags von 16 – 19 Uhr ist Frau Gabi Tachakor für Sie da

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