Dra­ma von Anton Tsche­chow

Regie: Clau­dia Loy

„Mari­na, Son­ja, Prof. Serebrja­kow, Jele­na„
Rena­te M. May­er, Jut­ta Schmidt, Her­mann Kunz, Susan­ne Brau­ne
Bild: Albert Ascherl

Der pen­sio­nier­te Pro­fes­sor Serebrja­kow kehrt mit sei­ner zwei­ten Frau Jele­na Andre­jew­na auf das Land­gut sei­ner ers­ten, bereits ver­stor­be­nen Frau zurück, wel­ches seit vie­len Jah­ren von Wan­ja, dem Bru­der der ers­ten Gat­tin, sowie Son­ja, der Toch­ter des Pro­fes­sors aus ers­ter Ehe, bewirt­schaf­tet wird. Nicht, dass sich der Pro­fes­sor a.D. nach dem ruhi­gen Land­le­ben seh­nen wür­de, ihm feh­len nur schlicht und ergrei­fend die finan­zi­el­len Mit­tel für ein Leben in der Stadt. Zurück in der ent­zü­cken­den Natur sieht er sich nun von Banau­sen umge­ben, wo er doch sein gan­zes Leben im Diens­te der Wis­sen­schaft zuge­bracht hat.

„Jele­na und Dr. Astrow“ Susan­ne Brau­ne und Alex­an­der Schoen­hoff

Die schö­ne Jele­na, die jun­ge Frau des Grei­ses, ver­dreht nicht nur Wan­ja den Kopf, son­dern auch dem Wald und Wod­ka lie­ben­den Arzt Astrow, der wie­der­um Objekt Son­jas Begier­de ist. Wan­jas Mut­ter Maria geht ganz in ihrer Bewun­de­rung des krän­keln­den und ver­bit­ter­ten Pro­fes­sors auf, Mari­na und Tel­jegin fris­ten ihr Dasein als ste­te Beob­ach­ter der lang­wei­li­gen Sze­ne­rie, und Wan­ja – tja Wan­ja, der hat jede sich ihm bie­ten­de Chan­ce im Leben kon­se­quent vor­bei­zie­hen las­sen. Nun, mit Mit­te vier­zig, wäre es doch eigent­lich an der Zeit, das zu ändern...

Die Figu­ren die­ses Stücks, alle­samt Neu­ro­ti­ker, Sinn­su­chen­de und an eben die­sem Sinn des Lebens Ver­zwei­feln­de, bil­den zahl­rei­che komi­sche wie tra­gi­sche Kon­stel­la­tio­nen, ehr­li­che wie absur­de Momen­te. Herr­lich span­nend, wie sie ver­su­chen der Lee­re und Lan­ge­wei­le ihres Lebens zu ent­ge­hen, und herr­lich lächer­lich, wie sie bei die­sem Ver­such schei­tern.

WAN­JA - Fea­ture des rfo 09.2011

rfo 2015, Das Ori­gi­nal und vie­les mehr fin­den Sie hier beim rfo:
http://www.rfo.de/mediathek/13297/Onkel_Wanja_im_Tam_Ost.html)

merkstwas.de 25.9.2011, von „Puss with Pen

Lan­ge­wei­le besäuft sich

„Jele­na und Dr. Astrow“ Susan­ne Brau­ne und Alex­an­der Schoen­hoff

Wenn “Sin City” auf Tsche­chow trifft, dann brennt die Büh­ne lich­ter­loh – hab ich mir im Vor­feld der neu­en TAM-OST-Insze­nie­rung gedacht. War­um sonst soll­te das Stück mit den adap­tier­ten Kino-Pla­ka­ten wer­ben? Das knall­har­te Hard­boi­led-Comic (respek­ti­ve sei­ne Ver­fil­mung) und rus­si­sches Thea­ter, das riecht nach Sex, Schnaps & Tod in Moll. Regis­seu­rin Clau­dia Loy ent­facht zwar bloß Glut statt Flam­men, so ein Schwel­brand kann aber auch ganz schön ins Schwit­zen brin­gen…

“Das soll Sin City sein?”, habe ich mich schon nach 30 Sekun­den gefragt. Län­ger benö­ti­gen Loy (und Assis­ten­tin Cor­ne­lia Masch­ner) nicht, um einen blei­schwe­ren Man­tel gäh­nen­der Lan­ge­wei­le über das Publi­kum zu brei­ten. Lan­ge­wei­le aller­dings, die sie schnell mit Span­nung auf­la­den, mit ange­stau­ten Aggres­sio­nen voll­pum­pen wie einen Bal­lon mit Luft – der bald zu plat­zen droht. Obwohl im Grun­de nichts, rein gar nichts pas­siert in die­sem Rei­gen hand­lungs­un­fä­hi­ger Figu­ren, die uns, das Publi­kum, fast zu beckett­schen Beob­ach­tern machen. So sicher wie Godot nicht kommt, lässt Tsche­chow nichts gesche­hen…

Wir sehen das vom Namens­ge­ber des Stücks, “Onkel Wan­ja” (fan­tas­tisch ver­zwei­felt: Ste­fan Hanus), bewirt­schaf­te­te Land­gut, und es herrscht eine Atmo­sphä­re wie in einem Som­mer­la­ger für Erwach­se­ne. Die Bewoh­ner machen die Nacht zum Tag, pen­nen bis mit­tags, und betäu­ben ihren Stumpf­sinn mit Schnaps. Sau­fen und schwit­zen, sonst gibt es nichts zu tun, seit sich der pen­sio­nier­te Pro­fes­sor Serebrja­kow (ewig grum­melnd: Her­mann Kunz) und sei­ne zwei­te Frau Jele­na in der Lati­fun­die der ver­stor­be­nen, ers­ten Gat­tin ein­ge­nis­tet haben. Das Stadt­le­ben war ihnen zu teu­er gewor­den.

Die­se Jele­na ist es, die unfrei­wil­lig Bewe­gung ins Betu­lich-Beschau­li­che bringt. Susan­ne Brau­ne spielt eine Sex­bom­be mit offen­si­ven Brüs­ten, die sich ihrer Rei­ze jedoch gar nicht bewusst zu sein scheint. Wegen der Koh­le wird sie den grei­sen Gat­ten kaum gehei­ra­tet haben – das ist kei­ne vom Kali­ber einer Anna Nico­le Smith. Dafür sorgt sie sich zu ehr­lich um den quen­ge­li­gen Alten. Onkel Wan­ja ver­knallt sich sofort in das Weib, kriegt aber einen gesal­ze­nen Korb. Zu dem Zeit­punkt ist klar, wie Loy auf Sin City kam. Die­se fik­ti­ve Stadt strotzt ja nicht nur vor Gewalt – die Sün­de gab ihr ihren Namen, und Sün­de schleicht sich auch ins Stück, schwelt unter­schwel­lig stän­dig mit, wenn Jele­na auf Astrow trifft, wenn Wan­ja ihr an den Busen will oder dem Pro­fes­sor an die Gur­gel…

Alex­an­der Schoen­hoff ist jener Land­arzt Astrow, der mit der Schnarch­na­se aus dem ZDF nicht viel gemein­sam hat. Schoen­hoff gibt den Kerl so sau­cool, kein Wun­der dass Son­ja, Pro­fes­so­ren­toch­ter aus ers­ter Ehe, total auf ihn steht. Son­ja ist eine ech­te Unschuld vom Lan­de, so abgrund­tief ehr­lich und recht­schaf­fen, dass sich vor Demut die Bal­ken bie­gen. Klar, dass Astrow kein Auge übrig hat für die graue Maus (glän­zend gespielt von Jut­ta Schmidt) – son­dern wie Wan­ja eins auf Jele­na wer­fen wird…

Und so schwelt die ver­bo­te­ne Lie­be, und so schwillt die Lust, und so steu­ert alles auf die Kata­stro­phe zu, als der hypo­chon­dri­sche Pro­fes­sor das Gut ver­kau­fen und Onkel Wan­ja ihn dafür töten will. Der zieht sogar eine Knar­re – ein Moment ech­ter Action – doch Tsche­chow haut sofort die Brem­se rein. Der Rus­se war ein Mann der lei­sen Töne. Wan­ja bal­lert vor­bei. Es kommt zu kei­nem Orgas­mus, Ent­la­dung ist Fehl­an­zei­ge, die Hand­lung macht den Coitus inter­rup­tus, das Land­volk fin­det zurück in sei­ne ver­fluch­te Pas­si­vi­tät. Frie­de, Trau­er, Waf­fel­ku­chen, lau­tet das unbe­frie­di­gen­de Ende – für das weder die muti­ge Regis­seu­rin, noch das spiel­freu­di­ge Ensem­ble was kann. Die bewei­sen mit ihrer Insze­nie­rung viel­mehr, wie span­nend pure Ödnis sein kann.

In wei­te­ren Rol­len: Inge Gfrö­rer-Kötschau, Her­bert Prechtl und Rena­te M. May­er.

„Mari­na und Son­ja“ Rena­te M. May­er und Jut­ta Schmidt
Bild: Albert Ascherl

Letz­te­re hat eine zau­ber­haf­te Anek­do­te am Ran­de anzu­mer­ken: Der oran­ge­far­be­ne Umhang, den sie als Kin­der­frau trägt, ist fast genau so alt wie das Stück. May­ers Groß­mutter, eine gebo­re­ne Leo­ka­dia von Tar­kow­s­ka, habe ihn sich als jun­ges Mäd­chen gehä­kelt, so um 1890. Das Stück erschien 1886. May­er hat ihre Groß­mutter nicht mehr ken­nen­ge­lernt. “Aber nach allem, was ich von ihr gehört habe, glau­be ich, dass sie gro­ße Freu­de dar­an hät­te, ihren alten Umhang noch immer auf einer Büh­ne zu wis­sen”, erzählt die Grand Dame des TAM OST. Und des­halb sei es kein schlech­tes Gefühl, den alten Umhang zu tra­gen. Auch, wenn May­er manch­mal irgend­wo hän­gen blei­be…

OVB 28.09.2011, Kri­tik von Mar­git Jaco­bi

Ver­zweif­lung und Komik

„Onkel Wan­ja, Son­ja und Dr. Astrow„
Ste­fan Hanus, Jut­ta Schmidt und Alex­an­der Schoen­hoff
Bild: Jaco­bi, ovb 2011

Die Wer­ke von Tsche­chow besit­zen eine Komik, die Lachen macht und durch die­ses Lachen den Ver­zweif­lungs- schmerz des Schei­terns noch ver­tieft. In „Onkel Wan­ja“, das im Thea­ter am Markt in Rosen­heim Pre­miè­re fei­er­te, leben die Prot­ago­nis­ten auf einem Land­gut in ohn­mäch­ti­ger Lan­ge­wei­le und gehen sich gegen­sei­tig auf die Ner­ven. Regis­seu­rin Clau­dia Loy gelang es über­zeu­gend, die depri­mie­ren­de Atmo­sphä­re der Lethar­gie und des Still­stands, aber auch die kläg­li­chen Ver­su­che des Auf­bäu­mens gegen­über dem Pro­fes­sor, der sei­ne Ver­wandt­schaft jahr­zehn­te­lang nur aus­ge­beu­tet hat, auf die Büh­ne zu brin­gen.

Klug ange­ord­net war bereits das spar­sa­me Büh­nen­bild mit den im Halb­kreis auf­ge­stell­ten Sitz­ho­ckern, deren glei­cher Abstand von­ein­an­der augen­fäl­lig die Hilf­lo­sig­keit und Iso­la­ti­on der Men­schen zeig­te. Ste­fan Hanus als Onkel Wan­ja spiel­te glaub­wür­dig den lamen­tie­ren­den Zyni­ker, der die jun­ge Frau des Pro­fes­sors anbe­tet, sich thea­tra­lisch gegen ihn auf­lehnt, aber nicht die Kraft fin­det, ein nütz­li­ches, sinn­vol­les Leben zu füh­ren. Sei­ne Wut­aus­brü­che wirk­ten echt, sein Wer­ben um die Gunst der jun­gen Jele­na war von ver­zwei­fel­ter Komik.

Vol­ler nüch­ter­ner Melan­cho­lie ver­kör­per­te Alex­an­der Schoen­hoff den Land­arzt, der Bäu­me pflanzt, um den Wald zu ret­ten und über den Stumpf­sinn des Land­le­bens ver­bit­tert ist. Gleich in der ers­ten Sze­ne, dem Gespräch mit der von Rena­te M. May­er anrüh­rend gespiel­ten, warm­her­zig schlich­ten Kin­der­frau Mari­na war es immer wie­der das bered­te Schwei­gen, das den Zuhö­rer ergriff und nach­denk­lich mach­te.

Sanft­heit, Sen­si­bi­li­tät und melan­cho­li­sche Anmut strahl­te die jun­ge Son­ja aus, deren Rol­le Jut­ta Schmidt auf den Leib geschnei­dert zu sein schien. Ihre keu­sche Lie­be zu Astrow war vol­ler Unschuld, ihre Hoff­nung auf ein nütz­li­ches Dasein im Jen­seits am Schluss des Stü­ckes offen­bar­te die hoff­nungs­lo­se Lebens­wirk­lich­keit auf dem Land­gut.

Her­mann Kunz als Pro­fes­sor, unter dem die gan­ze Ver­wandt­schaft lei­det, fehl­te hin­ge­gen die tyran­ni­sche Uner­bitt­lich­keit. Mit Stock und Man­tel wirk­te er als Ziel­schei­be auf­ge­stau­ten Zorns auch stimm­lich eher hilf­los und bemit­lei­dens­wert. Sei­ner küh­len Gat­tin Jele­na (Susan­ne Brau­ne) nahm man die lei­den­schaft­li­chen Annä­he­rungs­ver­su­che an Astrow nicht ganz ab, auch die ener­gi­sche Zurück­wei­sung ihres Ver­eh­rers Wan­ja wirk­te etwas gespielt. Her­bert Prechtl als bäu­er­lich-töl­pel­haf­ter Tel­jegin und Inge Gfö­rer-Kötschau als Mar­ja ver­voll­stän­dig­ten den illus­tren Kreis der Guts­be­woh­ner.

Weh­mü­ti­ge Kla­vier­mu­sik, die die ein­zel­nen Akte ein­führ­te, und die stim­mi­ge Kos­tü­mie­rung schu­fen den pas­sen­den Rah­men für das Bild einer Gesell­schaft, die sich vor lau­ter Lan­ge­wei­le selbst nur noch zur Last fällt. Das Publi­kum spen­de­te dem Ensem­ble am Ende wohl­ver­dien­ten, anhal­ten­den Applaus.

Echo 09.2011, von Mar­git Jaco­bi

„Sze­nen aus dem Land­le­ben“

Anton Tsche­chows „Onkel Wan­ja“ im TAM OST

„Onkel Wan­ja und Son­ja“ Ste­fan Hanus und Jut­ta Schmidt, Bild: Jaco­bi, ovb 2011

Als Anton Tsche­chows Schau­spiel „Onkel Wan­ja“ 1889 damals noch unter dem Titel „Der Wald­schrat“ auf­ge­führt wur­de, fand es eine küh­le Auf­nah­me. Dar­auf­hin arbei­te­te der Dra­ma­ti­ker das Stück völ­lig um und konn­te sich ein Jahr spä­ter im Mos­kau­er Künst­ler­thea­ter über den gro­ßen Erfolg freu­en. Regis­seu­rin Clau­dia Loy hat das Schau­spiel nach der Som­mer­pau­se für das Thea­ter am Markt im TAM OST insze­niert und sich dazu eine Rei­he aus­ge­zeich­ne­ter und büh­nen­er­fah­re­ner Schau­spie­ler aus dem Ensem­ble in stim­mi­ger Beset­zung erwählt. In ihrer Ein­las­sung „Tsche­chow ernst neh­men oder Tsche­chow den Ernst neh­men?“ im Pro­gramm­heft spricht die Regis­seu­rin vor allem den Spiel­raum für die Insze­nie­rung und dadurch des Wei­te­ren für die Schau­spie­ler an. In bei­den Fäl­len wur­de die­se Vor­ga­be gut genutzt. Was die erwünsch­te Komik für das Publi­kum angeht, so erspür­ten die Pre­mie­ren­be­su­cher dank sen­si­bler Regie und authen­ti­scher Umset­zung der Figu­ren durch die Schau­spie­ler sehr wohl die Tra­gik des Stü­ckes, in der es zwar komi­sche Momen­te gibt, haupt­säch­lich aber um nicht geleb­tes Leben geht.

„Ein­tö­nig­keit des Lebens“

Die spar­sam aus­ge­stat­te­te, gleich­blei­ben­de Kulis­se spie­gelt die Ein­tö­nig­keit des Lebens der Men­schen auf die­sem Land­gut wider. Der pen­sio­nier­te Pro­fes­sor Serebrja­kow kehrt, da er ein Leben in der rus­si­schen Metro­po­le nicht mehr finan­zie­ren kann, auf den Besitz sei­ner ers­ten, bereits ver­stor­be­nen Frau zurück. Alt, krank und des­po­tisch tyran­ni­siert er sei­ne Umwelt, an sei­ner Sei­te lang­weilt sich sei­ne zwei­te Frau, die jun­ge schö­ne Jele­na. Sei­ne Toch­ter Son­ja aus ers­ter Ehe und sein Schwa­ger Wan­ja bewirt­schaf­ten das Gut seit Jah­ren und gön­nen sich nichts, nur um den erfolg­lo­sen und ego­is­ti­schen Pro­fes­sor aus­zu­hal­ten.

Sei­ne Schwie­ger­mut­ter aus ers­ter Ehe ver­göt­tert ihn, alle fügen sich in hoff­nungs­lo­ser Stim­mung sei­nen Lau­nen und sei­ner Hypo­chon­drie. Lan­ge­wei­le, Selbst­be­trug und Trost­lo­sig­keit legen sich wie ein grau­er Schlei­er auf die Per­so­nen um ihn. Nur Mari­na Tim­ofe­jew­na, der Rena­te M. May­er ech­te Lie­bens­wür­dig­keit und Empa­thie ver­leiht, ver­sucht aus­glei­chend und beru­hi­gend ruhen­der Pol zu sein. Her­mann Kunz gibt der Ver­bit­te­rung, der Über­heb­lich­keit des dün­kel­haf­ten Pro­fes­sors gelun­gen Aus­druck. Susan­ne Brau­ne in der Rol­le sei­ner Gat­tin Jele­na ist schön, zu Tode gelang­weilt und trä­ge. Einem Flirt mit dem Arzt und Umwelt­schüt­zer Michail Astrow ist sie nicht abge­neigt, ihre Rei­ze setzt sie ver­füh­re­risch in Sze­ne. Der Arzt kommt zwar fast täg­lich in das Gut, um sie zu sehen und bringt etwas Bewe­gung ins dor­ti­ge Einer­lei, doch ist er nicht fähig zu lie­ben. Er ver­ab­scheut das Spieß­er­le­ben auf dem Lan­de.

Alex­an­der Schoen­hoff lässt die ret­tungs­lo­se Ein­sam­keit die­ses Trin­kers sicht­bar wer­den. Er bemerkt nicht die rüh­ren­de Ver­liebt­heit von Son­ja, dem jun­gen Mäd­chen, das Jut­ta Schmidt mit wun­der­ba­rer Viel­falt ihrer Emo­tio­nen über­aus fein­füh­lig ver­kör­pert. Sie ist schüch­tern und sanft, hoff­nungs­voll und zutiefst betrübt. Ihrem Onkel Wan­ja ist sie von Her­zen zuge­tan, bei­de ver­bin­det ein unge­leb­tes Leben. Ste­fan Hanus ist die­ser Wan­ja mit Leib und See­le. Wut und Ver­ach­tung emp­fin­det er für den Pro­fes­sor. Jele­na, die er stän­dig pro­vo­ziert, wür­de er ger­ne besit­zen. Trau­er ob sei­ner ver­geu­de­ten Chan­cen, sei­ner nie geleb­ten Gefüh­le, erfüllt ihn. Scham, ver­sagt zu haben, als er den Pro­fes­sor erschie­ßen woll­te, drückt ihn nie­der. Er explo­diert wie in Eksta­se und fällt in sich zurück in stum­mer Ver­zweif­lung. Her­bert Prechtl spielt den infan­ti­len Ilja Tel­jegin als bra­ven Gna­den­bro­tes­ser, Inge Gfrö­rer-Kötschau gibt eine her­be Mar­ja Was­sil­jew­na.

Zwar reist der Pro­fes­sor mit Jele­na nach dem Eklat ab, doch wird sich am Leben der Zurück­blei­ben­den nichts ändern.
„Wir wer­den in Demut ster­ben und dann wer­den wir aus­ru­hen“ trös­tet am Ende Son­ja ihren Onkel.

2011 - Plakat - ONKEL WANJA, Modell: Stefan Hanus, Bild: Alexander
2011 - Pla­kat - ONKEL WAN­JA, Modell: Ste­fan Hanus, Bild: Alex­an­der Schoen­hoff
"Jelena und Sonja" Susanne Braune und Jutta Schmidt
„Jele­na und Son­ja“ Susan­ne Brau­ne und Jut­ta Schmidt

PRE­MIE­RE:  Sa 24. Sep­tem­ber 2011

WEI­TE­RE TER­MI­NE
Fr/Sa 30 September/01 Okto­ber
Fr/Sa 07/08 Okto­ber
So 09 Okto­ber
Fr/Sa 14/15 Okto­ber
Fr/Sa 21/22 Okto­ber

Spiel­be­ginn: 
Frei­tags und Sams­tags 20 Uhr,
Sonn­tags 17 Uhr
Ein­lass:
ca. 15 Min. vor Spiel­be­ginn

Im ENSEM­BLE TAM OST

Regie:Clau­dia Loy
Assis­tenz:Cor­ne­lia Masch­ner
Büh­ne:Ensem­ble
Licht/Ton:Ger­hard Sell­mair
Kos­tüm:Alex Zinn
Foto­gra­fie:Rena­te M. May­er, Albert Aschl, Woi­fi Gschwendt­ner
Pla­kat:Alex­an­der Schoen­hoff
 Schau­spie­lerals
Susan­ne Brau­ne
Jelé­na Andréjew­na
Inge Gfrö­rer-Kötschau
María Was­síl­jew­na Wojníz­ka­ja
Rena­te M. May­er
Mari­na
Jut­ta Schmidt
Sof­ja Alexán­d­row­na (Son­ja)
Ste­fan Hanus
Iwán Petrówitsch Wojníz­kij, genannt „Onkel Wan­ja“
Her­mann Kunz
Prof. Alex­an­der Wla­dí­mi­ro­witsch Serebrjaków

Her­bert Prechtl
Iljá Iljítsch Telé­gin

Alex­an­der Schoen­hoff
Dr. Mich­aíl Lwówitsch Ástrow

Schlag­wor­te zum Stück