DER FALL ROSEMARIE NITRIBITT

Vom Aufstieg und Fall einer Prostituierten
Das Verhör
Tragikomödie von Alexander Zinn 

ZUM STÜCKZUR KRITIK

 

Vorstellungstermine:

Samstag, 02. November 2019, 20 Uhr, Première

Olivia Raclot als "Rosemarie Nitribitt", Bild: Günther Stranzinger

Olivia Raclot als „Rosemarie Nitribitt”, Bild: Günther Stranzinger


Fr 08.11.19 / Sa 09.11.19 / So 10.11.19
Fr 15.11.19 / Sa 16.11.19 / So 17.11.19
Fr 22.11.19 / Sa 23.11.19 / 
Fr 29.11.19 / Sa 30.11.19 /So 01.12.19
Spielbeginn: Fr, Sa 20 Uhr, So 17 Uhr

(Klicken zum anzei­gen)
Im Ensemble TAM OST – Produktion
Buch & Regie: Alexander Zinn
Assistenz: Claudia Kuhlmann-Seineke, Hilke Meyer
Bühne: Ensemble
Licht/Ton: Susanne Braune, Gerhard Sellmair
Kostüm: Ensemble
Fotografie: Günther Stranzinger
Plakat/Programm: Stine Helbig
Im Ensemble TAM OST – Schauspiel (Klick zum zei­gen)
Schauspieler als
Olivia Raclot Rosemarie Nitribitt
Julia Plank Inge Quandt
Monique Nägele Erna Krüger
Nicole Regina Reismeier Irene Sanddorn
Gaby Schmidt Mekki Bornacker
Tobi Huber Friedrich Brecht
Christian Swoboda Harald Quandt
Bernhard Henke Peter Kuhn
Oliver Heinke Heinz Pohlmann

Zum Inhalt:

Manchmal ist es so ein­fach in unse­ren Vorstellungen:
man hört die Stichpunkte: 50er Jahre, Frankfurt,
Wirtschaftswunder und Kriminalfall.
Sofort hat man die Skyline einer auf­stre­ben­den Stadt mit brei­ten Strassen,
hoch­glanz­po­lier­ten Limousinen, schö­nen Frauen, Rotlichtmilieu und Korruption vor Augen.
Es fehlt nur noch, dem gan­zen einen Namen oder ein Gesicht zu geben.

Ihr Name – ROSEMARIE NITRIBITT
Ihr Beruf – Prostituierte
Ihr Auftreten – eine Provokation an die dama­li­ge Gesellschaft
Ihr Kundenkreis – von Wirtschaftsgrößen bis zum Politiker
Ihr Mordfall – bis heu­te unauf­ge­klärt
Zahlreiche Verhöre und Zeugenaussagen, ob brauch­bar oder nicht.
Pannen bei der Spurensicherung, vie­le Spekulationen und Verdächtige las­sen ihren Namen zur Legende wer­den.

Wir hören oft nur das, was wir hören wol­len.
Was den­ken Sie, wer den Mord began­gen hat?

Vorpremiere im Radio Regenbogen hier zu hören:
(Das Original fin­den Sie natür­lich hier: http://www.galaxyrainbow.de/news/wer-ist-rosemarie-nitribitt,3291)

Die Nitribitt (Olivia Raclot)auf dem Schreibtisch von Kommissar Brecht (Tobias Huber). Kuhlmann-Seineke

Die Nitribitt (Olivia Raclot)auf dem Schreibtisch von Kommissar Brecht (Tobias Huber). Kuhlmann-Seineke

Liebe ist nur ein Märchen”

Rosenheim – Über das Leben der Prostituierten Rosemarie Nitribitt, deren Ermordung im Jahr 1957 für großes Aufsehen gesorgt hatte, gibt es zahlreiche filmische und literarische Bearbeitungen, denn zu ihrem Kundenkreis gehörten prominente Personen der bundesrepublikanischen High Society und der Mörder ist bis heute nicht gefunden.

So konn­te vor kur­zem das neue Stück „Der Fall Rosemarie Nitribitt“ im Rosenheimer Tam-Ost vor vol­lem Hause Première fei­ern.

Tragikomödie beginnt nach Ermordung

Dem Autor Alexander Zinn, der selbst die Regie führ­te, ist eine außer­ge­wöhn­li­che Bearbeitung des Stoffs gelun­gen: Die Tragikomödie beginnt gewis­ser­ma­ßen nach der Ermordung der Nitribitt (las­ziv und über­zeu­gend ver­kör­pert durch Olivia Raclot), deren Leiche zum Leben erwacht und von außen die Ermittlungen beob­ach­tet, kom­men­tiert und sogar mit den ein­zel­nen Figuren gedank­li­che Dialoge führt. Dabei über­nimmt der Zuschauer die Rolle des Ermittlers, weil er sich selbst von den Zeugenaussagen und den geäu­ßer­ten Gedanken ein Bild machen kann. Zinn hat den Werdegang der Nitribitt her­aus­ge­ar­bei­tet, indem er den um die Wahrheit bemüh­ten Kriminalkommissar mit dem viel sagen­den Namen Friedrich Brecht (Tobi Huber) die tra­gi­schen Lebensumstände wie die frü­hen Aufenthalte in Heimen oder die Tatsache, dass sie schon mit elf Jahren ver­ge­wal­tigt wor­den ist, erfra­gen lässt. Echte Liebe hat die Nitribitt wohl nie erfah­ren, denn „Liebe ist nur ein Märchen“, kom­men­tiert sie Brechts Dialog mit sei­nem Polizeikollegen Peter Kuhn (Bernhard Henke), der von oben den Auftrag erhal­ten hat, den Täter im Rotlicht-Milieu zu fin­den, um den pro­mi­nen­ten Kundenkreis her­aus­zu­hal­ten.

Die ana­ly­tisch ange­leg­te Kriminalhandlung in zwei Akten spielt durch­ge­hend im Büro Brechts, ange­deu­tet durch ein spar­sam aus­ge­stat­te­tes Bühnenbild: ein Schreibtisch und ein paar Akten links, ein Sofa für die pri­va­ten Rückblicke in der Wohnung Nitribitts rechts, das „Wirtschaftswunder auf 70 Quadratmeter“. Nacheinander tre­ten die ein­zel­nen Zeugen auf, deren unter­schied­li­che Charaktere und Funktionen von den Darstellerinnen und Darstellern mar­kant her­aus­ge­ar­bei­tet wur­den: zunächst die Prostituierte Irene Sandorn (Nicole Regina Reißmeier), die vol­ler Neid und Eifersucht auf ihre ermor­de­te Kollegin zurück­blickt, dann die klein­bür­ger­li­che und hab­gie­ri­ge Zugehfrau Erna Krüger (Monique Nägele) sowie der Sensations-Journalist und Fotograf Mekki Bornacker (Gabriela Schmidt bra­vou­rös in einer Hosenrolle).

Delikate Kundenliste

Der Industrielle Harald Quandt (Christian Swoboda), Promi auf der Kundenliste der Nitribitt, erscheint als tra­gi­sche Figur und ern­tet von sei­ner stol­zen Frau Irene (Julia Plank) nur Verachtung: „Er ekelt mich an“, wäh­rend sich der Hauptverdächtigte Heinz Pohlmann (tref­fend durch Oliver Heinke dar­ge­stellt) als zwie­lich­ti­ge Gestalt ent­puppt… Alles in allem eine span­nen­de Gesellschaftssatire, die nicht nur die spie­ßi­ge Atmosphäre der Wirtschaftswunderzeit aufs Korn nimmt, son­dern auch auf heu­ti­ge Strukturen anwend­bar ist. Auch kurz­wei­lig ist die Aufführung, nicht zuletzt durch die schau­spie­le­ri­sche Leistung aller Beteiligten.

Weitere Aufführungen

Weitere Aufführungen bis zum 1. Dezember immer frei­tags und sams­tags um 20 Uhr und sonn­tags um 17 Uhr im Tam-Ost, Chiemseestraße 31, Telefon 0 80 31/3 79 73

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