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Advents-Kabarett 

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Vorstellungstermin:
Samstag, 17. Dezember 2005, 20 Uhr

(Klicken zum anzei­gen)
Im Ensemble TAM OST – Produktion
Regie:: Ensemble
Bühne: Ensemble
Licht/Ton: Ensemble
Kostüm: Ensemble
Im Ensemble TAM OST – Schauspiel (Klick zum zei­gen)
Schauspieler Weitere
Hubert Fischer Gerti Aicher
Stefan Hanus Renate M. Mayer
Wilhelm Maier Gerd Meiser
Kristina Moll Johanna Rambeck
Gerhard Sellmair

Das traditionelle Adventskabarett „S’Brettl mitm TaM”. 

S’Brettl”, dass sind Stefan Hanus, Hubert Fischer und Wilhelm Maier am Keyboard. Und die­ses musi­ka­li­sche Dreigespann wird nun nach bes­ter Manier „und natür­lich völ­lig zufäl­lig, weils gera­de da sind” erwei­tert um „de Leit vom TAM”: Gerti Aicher, Renate M. Mayer, Johanna Rambeck, Gerd Meiser und Gerhard Sellmair.
Gemeinsam gestal­ten sie das wohl amü­san­tes­te Adventsspektakel seit lan­gem…


ovb, 20.12.2005, von Margrit Jacobi

Es hat schon Tradition, das Advents-Kabarett des „Breedl” im Theater am Markt mit Stefan Hanus, Hubert Fischer und Wilhelm Maier am Keyboard. Bevor ihr spe­zi­el­les „Hirtenspiel” zur Wintersonnwend begann, lasen eini­ge Mitglieder des haus­ei­ge­nen Theaterensembles Geschichten und Gedichte, pas­send zur vor­weih­nacht­li­chen Zeit.
So muss­te kei­ner aus dem Publikum befürch­ten, auf die „Offene Bühne” geholt zu wer­den, denn auf die „Profis”, die sich im Zuschauerraum ver­teilt hat­ten, war Verlass.

Den Anfang mach­te Johanna Rambeck mit der Geschichte des marok­ka­ni­schen Autors Tamar Ben Jelloun: „Der Mann, der die Feiertage hass­te”. Das obli­ga­to­ri­sche Feiern und die Feststellung: An Weihnachten darf man nicht allei­ne sein, fin­det sogar in einem Land statt, deren Bewohner über­wie­gend dem Islam ange­hö­ren. Doch in die­ser Erzählung hilft ein Katholik und sei­ne Familie, die Weihnachten nicht fei­ern, dem marok­ka­ni­schem Nachbarn über eini­ge beschwer­li­che Stunden hin­weg.

Die „Oberbeleuchterin” des Abends, Gerti Aicher, ser­vier­te das durch Loriot bekannt gewor­de­ne Gedicht „Advent” und die maka­ber-amü­san­ten Reime dürf­ten beson­ders frus­trier­ten Ehefrauen gefal­len haben.

Aus einem baye­ri­schen Schüleraufsatz gab Gerhard Sellmair Erheiterndes zum Besten. Da etli­che Originalfiguren der Weihnachtskrippe durch „Unfälle” aus­ge­fal­len waren, ersetz­te sie der Sohn des Hauses prak­tisch und exo­tisch. Wer hat schon Donald Duck als Josef in der Krippe, oder Batman als drit­ten Heiligen und einen Saurier zwi­schen Ochs und Esel?

Ein kras­ser Bruch des bis­her Gehörten und spon­ta­ne Erheiterung der Besucher gelang Gerd Meiser allein durch sein Vorlesen in reins­tem Hochdeutsch. Josef von Westphalens intel­lek­tu­el­le Betrachtungen über Dilettanten und Professionelle gaben aber auch Denkanstöße.

Um einen gestoh­le­nen Weihnachtsbaum und die fata­len Folgen ging es in einer islän­di­schen Weihnachtsgeschichte, die Renate M. Mayer facet­ten­reich ver­las.

Zum Schluss konn­ten die „Breedl-Kabarettisten” mit Schäferhut und Lammfellwesten ihr alpen­län­di­sches Hirtenspiel begin­nen, erst durch­setzt mit iro­ni­schem Politik-Aktuellen, dann tat­kräf­tig und vor allem san­ges­freu­dig unter­stützt von Kristina Moll im blau­en Madonnengewand. So schön falsch hat man die Sternsuche schon lang nicht mehr gehört und rich­tig ver­gnügt abhe­ben durf­te das Quartett dann mit dem Mikro ver­stärkt und mit Holzscheitl-Schlagstöcken bei Rap und Popmusik. Wem da nicht advent­lich zumu­te wur­de, dem konn­te nicht mehr gehol­fen wer­den.

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