Fami­li­en­thea­ter von Charles Way

Regie: Her­mann Kunz

...wei­te­re Details fin­den Sie unter dem Regis­ter „Kri­tik

ovb, 30.01.2007, von Mar­grit Jaco­bi

Weit ist der Weg nach Hau­se

Das Quar­tett der „Neu­ro­sen­hei­mer“ stimmt mit Tuba, Akkor­de­on, Melo­di­ka und Kla­ri­net­te die gro­ßen und klei­nen Besu­cher zum Fami­li­en­thea­ter „Weit ist der Weg“ im Thea­ter am Markt-Ost in Rosen­heim ein. Kat­rin Zell­ner, Mari­ta Gschwandt­ner, Tobi­as Hege­mann und Karo­lin Rott­mo­ser beglei­ten das Stück musi­ka­lisch auch wei­ter­hin, mit Gesang, Gitar­re, Kon­tra­bass, Glo­cken­spiel und Ras­sel. 

Auf schwar­zer Büh­ne sind sehr gekonnt mit durch­sich­ti­ger Folie fer­ne Ber­ge ver­bild­licht, spä­ter wird das Mate­ri­al mit weni­gen Grif­fen zum Meer umfunk­tio­niert. Durch ein reiz­vol­les Mus­ter aus Blät­tern ahnt man den Him­mel, ein Lam­pi­on wird zum Mond. Ein­fach und prä­gnant ist eben­so die Geschich­te, die hier nach dem Kin­der­stück des eng­li­schen Autors Charles Way unter der Regie von Her­mann Kunz erzählt wird. 

Mut­ter Gaia, eine alte Frau (Astrid Lan­gen­eg­ger) will aus einem Dorf, indem sie lan­ge Jah­re leb­te, zurück in ihre Hei­mat ans Meer. Ihr Mann ist tot, die Söh­ne fort­ge­zo­gen. Immer wie­der wird der Ver­stor­be­ne (dem Mar­tin Thal­ler Gestalt gibt) in ihren Gedan­ken gegen­wär­tig sein, wird ver­su­chen sie am Weg­ge­hen zu hin­dern, sie mit Vor­wür­fen belas­ten. Doch ihr Wunsch heim­zu­ge­hen ist stär­ker. 

Ganz in Schwarz und mit dunk­len Augen, die das her­be, vom Kopf­tuch umrahm­te Gesicht beherr­schen, gleicht Astrid Lan­gen­eg­ger den stren­gen grie­chi­schen Frau­en­gestal­ten, wie man sie aus dem Film „Alexis Sor­bas“ kennt. In spar­sa­mer Ges­tik und kon­zen­trier­tem Agie­ren gewinnt sie alle Auf­merk­sam­keit der Zuschau­er. 

Mit Ruth Lan­gen­eg­ger als dem Jun­gen aus dem Wald ent­steht ein span­nen­des, berüh­ren­des Zusam­men­spiel. Nahe­zu autis­tisch ist die Rol­le die­ses Kin­des, das sich für einen Hund hält, zu Beginn ange­legt. Durch die lan­ge gemein­sa­me Rei­se mit vie­len Erleb­nis­sen ent­steht eine lie­be­vol­le Ver­bin­dung zwi­schen den bei­den. 

Als Erzäh­ler fun­gie­ren Nico Geiß­ler und Danie­la Mei­ser, sie schlüp­fen im Lau­fe der Geschich­te noch in vie­ler­lei Rol­len, ver­kör­pern gute und schlech­te Men­schen, die Mut­ter Gaia und Andre­as, wie sie den Buben genannt hat, begeg­nen. Aus dem hüb­schen Jun­gen mit der roten Locken­mäh­ne wird ein Mann und als er eine Frau (Lena Kne­rich als Pame­la) gefun­den hat, wird Mut­ter Gaia ganz heim­ge­hen, zu ihrem Mann. 

Die wesent­li­chen Din­ge des Lebens, das Sich­ver­traut­ma­chen, das Über­win­den von Vor­ur­tei­len, das Unter­schei­den von Gut und Böse, die Lie­be und den Schmerz, das Glück, die Trau­er und das Ver­ge­ben, all dies umspannt die­ser wei­te Weg, der für Mut­ter Gaia und Andre­as nach Hau­se führt, das da ist, wo es einem gut geht.

PRE­MIE­RE:  Sa 27. Janu­ar 2007

WEI­TE­RE TER­MI­NE
Fr/Sa 02/03 Febru­ar
Fr/Sa 09/10 Febru­ar

Spiel­be­ginn: 
Frei­tags und Sams­tags 20 Uhr
Ein­lass:
ca. 15 Min. vor Spiel­be­ginn

Im ENSEM­BLE TAM OST

Regie:Her­mann Kunz
Büh­ne:Ensem­ble
Licht/Ton:
Hub’n Kie­ne
Kos­tüm:Ensem­ble
Musik:Die Neu­ro­sen­hei­mer
 Schau­spie­ler 
Astrid Lan­gen­eg­ger Mut­ter Gaia
Ruth Lan­gen­eg­gerAndre­as
Danie­la Mei­serErzäh­ler 
Lena Kne­rich Pame­la
Nico Geiss­ler Erzäh­ler
Mar­tin Thal­ler Gai­as Mann

Schlag­wor­te zum Stück