KOMÖDIE IM DUNKELN

von Peter Shaffer

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2013 - Plakat - Komödie im Dunkeln

2013 – Plakat – Komödie im Dunkeln

Vorstellungstermine: 
PREMIERE – Samstag, 13. April, 20 Uhr 
Freitag / Samstag, 19. / 20. April, 20 Uhr
Freitag / Samstag, 26. / 27. April, 20 Uhr
Sonntag, 28. April, 17 Uhr
Samstag, 4. Mai, 20 Uhr
Sonntag, 5. Mai, 17 Uhr
Freitag / Samstag, 10. / 11. Mai, 20 Uhr

Im Ensemble TAM-OST spie­len:
Daniela Mayer, Anja Rajch, Gabriela Schmidt,
Hans Anker, Peter Fritsch, Hermann Hager, Alexander Schoenhoff und Thomas Terpetschnig

Regie: Jutta Schmidt
Assistenz:  Simone Granowski-Heinke 
Bühne/Technik: Klaus Lüders

Plakat: Alexander Schoenhoff nach einer Idee von Jutta Schmidt


"Brindsley Miller, Carol Melkett, Harold Gorringe, Miss Furnival und Colonel Melkett" Peter Fritsch, Anja Rajch, Hermann Hager, Gabriela Schmidt und Thomas Terpetschnig

Brindsley Miller, Carol Melkett, Harold Gorringe, Miss Furnival und Colonel Melkett”
Peter Fritsch, Anja Rajch, Hermann Hager, Gabriela Schmidt und Thomas Terpetschnig

Zum Inhalt: Peter Shaffer bringt sei­ne Komödie im Dunkeln durch eine genia­le Idee zum Leuchten: Die Bühne ist hell, wenn sie für die Darsteller im Dunkeln liegt, und dun­kel, wenn das Licht angeht. Während auf der Bühne das Orientierungsvermögen ver­lo­ren geht, hat der Zuschauer den Überblick und amü­siert sich über die zahl­rei­chen Fettnäpfchen, die in der Dunkelheit lau­ern.

Ein gro­ßer Abend im Leben des jun­gen Bildhauers Brindsley Miller:
Ein rus­si­scher Mäzen hat sich ange­kün­digt, um eine sei­ner Skulpturen zu kau­fen. Dann wäre Brindsley end­lich sol­vent und könn­te sei­ne Verlobte Carol hei­ra­ten. Damit ihr gestren­ger Vater die­sen künst­le­ri­schen Durchbruch mit­er­lebt, hat Carol ihn kur­zer­hand ein­ge­la­den.

KOMÖDIE IM DUNKELN - (lnr) Anja Rajch, Gabriela Schmidt, Hermann Hager, Daniela Mayer, Peter Fritsch Bild: ....

KOMÖDIE IM DUNKELN – (lnr) Anja Rajch, Gabriela Schmidt, Hermann Hager, Daniela Mayer, Peter Fritsch
Bild: .…

Um zu impo­nie­ren, hat Brindsley sei­ne schä­bi­gen Möbel gegen exqui­si­te Antiquitäten sei­nes vor­über­ge­hend ver­reis­ten Nachbarn aus­ge­tauscht. Als die Sicherung durch­knallt und auch noch Brindsleys Ex-Freundin und die Schnapsdrossel von neben­an her­ein­schnei­en und der Nachbar vor­zei­tig aus dem Urlaub zurück­kommt, scheint das Chaos kom­plett.

Aber es kommt immer schlim­mer, denn es taucht auch noch der E-Werkstechniker auf, der den Kurzschluss repa­rie­ren soll…

OVB 16.04.2013 Kritik von Margit Jacobi
(Original siehe: https://www.ovb-online.de/rosenheim/kultur/dunkeln-munkeln-2854492.html)

PETER SHAFFERS „KOMÖDIE IM DUNKELN” AMÜSIERT DAS PUBLIKUM IM ROSENHEIMER TAM OST

Im Dunkeln ist gut munkeln

"Carol Melkett, Brindsley Miller und Miss Furnival" Anja Rajch, Peter Fritsch und Gabriela Schmidt, Bild: Margit Jacobi, ovb 2013

Carol Melkett, Brindsley Miller und Miss Furnival” Anja Rajch, Peter Fritsch und Gabriela Schmidt Bild: Margit Jacobi, ovb 2013

Allein die Zuschauer behal­ten im Chaos des Geschehens auf der Bühne den Über- und Durchblick und amü­sie­ren sich daher könig­lich in Peter Shaffers tur­bu­len­ter „Komödie im Dunkeln”. Der bri­ti­sche Autor, des­sen Stücke alle auf den Bühnen der Welt und im Film reüs­sier­ten, hat­te für sei­ne 1965 geschrie­be­ne „Black Comedy”, so der eng­li­sche Titel, eine bril­lan­te und wahr­haft zün­den­de Idee. Immer wenn im Spiel das Licht aus­geht, ist die Bühne hell. Dunkel aber wird es, wenn die Beleuchtung wie­der funk­tio­niert. Natürlich schafft die­se Voraussetzung allein schon urko­mi­sche Situationen, macht aus den Zuschauern Voyeure und bie­tet den Schauspielern reich­lich Gelegenheit, ihre ver­schie­de­nen Talente ein­zu­set­zen, nicht zuletzt schier artis­ti­sches Können bei „Fallstudien” und haar­schar­fen Ausweichmanövern.

Jutta Schmidt, Schauspielerin in vie­len TAM OST-Inszenierungen, gab nun dort mit Shaffers Komödie bei aus­ver­kauf­ter Première ihr Regiedebüt. Mit gutem Gespür besetz­te sie die ver­schie­de­nen Rollen und gab dem Stück das wich­ti­ge Tempo. Da pass­te jeder Einsatz, da über­zeug­te die Charakteristik der ein­zel­nen Figuren. Dem Slapstick wird eben­so Raum gege­ben wie der Aufdeckung mensch­li­cher Schwächen.

So ziem­lich alles geht schief an die­sem für Brindsley Millers so wich­ti­gem Abend und Peter Fritsch in die­ser Rolle ver­leiht sei­ner wach­sen­den Verzweiflung dar­über in pan­to­mi­mi­schen Glanzleistungen Ausdruck. Als jun­ger, erfolg­lo­ser Künstler erwar­tet er den Besuch eines stein­rei­chen Kunstsammlers, zugleich hat sei­ne Verlobte Carol ihren Vater, den auto­ri­tä­ren Colonel Melkett ein­ge­la­den, sei­nen zukünf­ti­gen Schwiegersohn ken­nen­zu­ler­nen.

Bemüht um guten Eindruck, tauscht er sein schä­bi­ges Mobiliar gegen kost­ba­re Stücke aus der Wohnung des ver­reis­ten Nachbarn Harold aus. Ein plötz­li­cher Kurzschluss aber reißt nach und nach alle Beteiligten in einen Strudel unkon­trol­lier­ten Geschehens. Geladene wie unge­la­de­ne Gäste tau­chen auf und nur reich­li­cher Alkoholkonsum aller lässt die Verwechslungen im Dunkeln all­mäh­lich nicht nur pein­lich, son­dern auch bizarr erschei­nen.

Trefflich ver­an­schau­licht Anja Rajch als Carol ihre stei­gen­de Unsicherheit in all dem Dilemma. Natürlich kehrt Nachbar Harold viel zu früh zurück, und Hermann Hager spielt den schwu­len Feingeist mit hin­rei­ßen­dem Gebaren. Gelungen schräg agiert auch Gabriela Schmidt als ver­schro­be­ne Miss Furnival. Der Alkohol nimmt ihr nicht nur die Angst vor der Dunkelheit, son­dern spornt sie zu auch tur­ne­ri­schen Übungen beson­de­rer Art an. Eine spe­zi­el­le Lachnummer gelingt Thomas Terpetschnig in der Rolle des Colonel Melkett. Allein wie er sich aus dem Schaukelstuhl kata­pul­tiert ist über­aus ergötz­lich und auch sonst ser­viert er tol­le Stunts. Als schließ­lich noch Clea, Brindsleys Exfreundin auf­taucht, ist das Durcheinander per­fekt und Daniela Mayer gibt mit sicht­li­cher Wonne als „Rampensau” dem Affen Zucker beim Zerpflücken ihres „Ehemaligen”. Die Riege der aus­ge­zeich­ne­ten Schauspieler kom­plet­tiert Alexander Schoenhoff als Schupanski, kunst­sin­ni­ger Mann vom E-Werk. Sein rus­si­scher Akzent ist ein ech­ter Hörgenuss. Den darf Hans Anker im kur­zen Auftritt dann als Millionär und Kunstsammler George Godonow noch fort­füh­ren. Wenn end­lich Schupanski gott­gleich mit thea­tra­li­schem „Es wer­de Licht!” den Schalter anknipst, bedeckt gnä­dig Dunkelheit das voll­ende­te Tohuwabohu.

Mit Jubel und gro­ßem Applaus dank­te das Publikum der Regisseurin und ihren Darstellern für einen hoch­a­mü­san­ten Theaterabend. Wer ihn nicht erleb­te, dem sei emp­foh­len: hin­ge­hen und lachen!