Komö­die nach Nora Ephron

Regie: Mar­tin Schö­nacher

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Ist wirk­lich der Sex schuld dar­an, dass Frau­en und Män­ner nicht befreun­det sein kön­nen? Genau das behaup­tet Har­ry in dem bekann­ten Film­klas­si­ker „Har­ry und Sal­ly“. Was 1989 in der roman­ti­schen Film­ko­mö­die mit Meg Ryan und Bil­ly Crys­tal die Geis­ter schied, ist bis heu­te nicht end­gül­tig geklärt.

(lnr) Regina Kröll, Hermann Neuner, Florian Fuchs, Karin Killy, Bild Michael Hilscher
(lnr) Regi­na Kröll, Her­mann Neu­ner, Flo­ri­an Fuchs, Karin Kil­ly, Bild Micha­el Hil­scher

Gele­gen­heit, sich ein eige­nes Bild zu machen, bie­tet sich im TAM OST bei der Insze­nie­rung die­ser Roman­tik­ko­mö­die. Zufäl­lig kreu­zen sich über Jah­re hin­weg immer wie­der die Wege von Har­ry und Sal­ly. Aus anfäng­li­cher Anti­pa­thie wird schließ­lich Freund­schaft – doch geht das über­haupt? Lässt sich Har­ry schließ­lich vom Gegen­teil sei­ner Geschlech­ter­theo­rie über­zeu­gen? Oder kom­men am Ende doch die Gefüh­le dazwi­schen?

(lnr) Regina Kröll, Florian Fuchs, Hermann Neuner, Karin Killy, Bild Michael Hilscher
(lnr) Regi­na Kröll, Flo­ri­an Fuchs, Her­mann Neu­ner, Karin Kil­ly, Bild Micha­el Hil­scher

Die Büh­nen­fas­sung des bekann­ten Film­klas­si­kers ver­spricht einen unter­halt­sa­men und anrüh­ren­den Thea­ter­abend mit viel Witz und Augen­zwin­kern. Das Stück hat mehr zu bie­ten als die welt­be­rühm­te Orgas­mus-Sze­ne. Irrun­gen, Wir­run­gen und wit­zi­ge und schlag­fer­ti­ge Dia­lo­ge rei­ßen die Zuschau­er mit ins Gesche­hen.

Als zusätz­li­ches High­light der Pro­duk­ti­on „Har­ry und Sal­ly“ zei­gen Video­in­stal­la­tio­nen die Geschich­te von unter­schied­li­chen Paa­ren. Das krea­tiv gelös­te Büh­nen­bild vom Regis­seur Mar­tin Schö­nacher unter­malt schlicht aber wirk­sam die Kulis­se des Stücks.

© ovb, 29.09.2016, Mar­grit Jaco­bi*

Ori­gi­nal hier: https://www.ovb-online.de/rosenheim/kultur/harry-sally-6763828.html *Ver­mut­li­che Autorin, Kenn­zeich­nung fehlt 

Am Ende ist es Lie­be

Wer kennt ihn nicht, den Film „Har­ry und Sal­ly“, mit dem der Regis­seur Rob Rei­ner 1989 eine der erfolg­reichs­ten Film­ko­mö­di­en aller Zei­ten geschaf­fen hat?
© OVB 09.2016 - Margrit Jacobi
© OVB 09.2016 - Mar­grit Jaco­bi
Vor allem die berühm­te „ Orgas­mus-Sze­ne“ mach­te den Film, für den Nora Ephron das Dreh­buch geschrie­ben hat­te, welt­be­rühmt. Mar­cy Kahan arran­gier­te die Geschich­te für die Büh­ne, und zu Beginn der Thea­ter­sai­son nach der Som­mer­pau­se hat nun Mar­tin Schö­nacher das Stück text­ge­treu für das TAM OST in Rosen­heim insze­niert. An zwei Moni­to­ren, oben links und rechts der Büh­ne, sind vor und auch wäh­rend das Spiels bei kur­zen Pau­sen immer wie­der Paa­re, älte­re, jün­ge­re, auch ein homo­se­xu­el­les Paar zu sehen und zu hören, die vom Ken­nen­ler­nen, über ihr Zusam­men­sein, den Ehe-All­tag, Ein­sich­ten und in Rat­schlä­gen für ein gelun­ge­nes Mit­ein­an­der berich­ten. Im ers­ten Bild auf der Büh­ne tref­fen die Prot­ago­nis­ten des Stü­ckes in Sal­lys Apart­ment auf­ein­an­der. Sal­ly (Regi­na Kröll) hat es eben bezo­gen. Sie ist neu in New York. Har­ry (Flo­ri­an Fuchs), emp­foh­len von Sal­lys Freun­din, und auch neu in der Stadt, kommt, um die nöti­gen Maler­ar­bei­ten aus­zu­füh­ren. Von Beginn an pral­len ihre gegen­sätz­li­chen Ansich­ten über Män­ner und Frau­en hef­tig auf­ein­an­der. Beson­ders Har­rys Mei­nung, Freund­schaft zwi­schen Mann und Frau funk­tio­niert nicht, weil ihnen immer der Sex dazwi­schen kommt, teilt Sal­ly über­haupt nicht. Natür­lich pro­vo­ziert Har­ry sie immer wie­der. Als sie sich in einem Fit­ness-Stu­dio zufäl­lig wie­der begeg­nen, hat jeder gera­de eine neue Bezie­hung, ihre kon­tro­ver­sen Ansich­ten in Bezug auf Part­ner­schaf­ten haben sich jedoch nicht geän­dert. Es gibt im Stück vie­le Abblen­dun­gen, manch­mal auch inner­halb einer Sze­ne. Das ani­mier­te Publi­kum spen­de­te dabei bei der Pre­miè­re ger­ne Bei­fall. Die in Schwarz gehal­te­ne Büh­ne wird durch zahl­rei­che bun­te qua­dra­ti­sche Kuben belebt, die in den vie­len Umbau­pau­sen immer wie­der als Requi­si­ten zu ver­schie­de­nen For­ma­tio­nen zusam­men, bezie­hungs­wei­se aus­ein­an­der gebracht wer­den. Das bringt Abwechs­lung ins Büh­nen­bild, stör­te aber oft den Fluss des Gesche­hens. Regi­na Kröll, stets attrak­tiv in unter­schied­li­cher Gard­ro­be, und Flo­ri­an Fuchs ser­vier­ten die poin­tier­ten oder anrüh­ren­den Dia­lo­ge in tem­pe­ra­ment­vol­lem wie empa­thi­schem Spiel. Natür­lich durf­te auch die Sze­ne mit dem gespiel­ten Orgas­mus nicht feh­len. Sal­ly wider­leg­te Har­rys Behaup­tung, er erken­ne den Unter­schied zwi­schen wah­rem und gespiel­tem Orgas­mus einer Frau sofort und Regi­na Kröll als Sal­ly lie­fer­te den Gegen­be­weis in einem beleb­ten Lokal aufs Treff­lichs­te. Kein Wun­der, dass einer der Gäs­te „das glei­che Gericht“ bestel­len woll­te. Nach der Pau­se will Sal­ly bei einem Tref­fen zu viert ihre Freun­din Marie, die eine unglück­li­che Bezie­hung zu einem ver­hei­ra­te­ten Mann hat, mit Har­ry ver­kup­peln. Der wie­der­um will Sal­ly mit Jack ver­ban­deln. Aber, wie das Leben so spielt, fin­den Jack und Marie auf Anhieb gro­ßen Gefal­len anein­an­der. Karin Kil­ly als Marie und Her­mann Neu­ner als Jack Hub­ble­man setz­ten ihre Rol­len mit Spiel­freu­de um. Har­ry und Sal­ly sind mitt­ler­wei­le wirk­lich zu Freun­den gewor­den und Har­ry stellt fest, dass er, obwohl er Sal­ly wirk­lich attrak­tiv fin­det, kein Ver­lan­gen nach Sex mit ihr hat. Auch wenn Sal­lys The­se: Män­ner und Frau­en kön­nen sehr wohl befreun­det sein, ohne Sex zu haben, sich in dem Fall zu bewäh­ren scheint, begeis­tert sie Har­rys Fest­stel­lung nicht wirk­lich. Die Jah­re ver­ge­hen, Sal­ly fin­det, dass ihre Uhr tickt, was ihr weib­li­ches Ver­falls­da­tum angeht. Sie will nicht immer nur Har­rys Trost­preis sein, wenn der gera­de mal unglück­lich ist. Doch als Har­ry in Schei­dung lebt, kann er sich bei Sal­ly aus­wei­nen. Und schließ­lich kommt ihnen doch der Sex dazwi­schen. Aber Har­ry will nach­her abrupt weg, so wie er es stets bei sei­nen „One-night-Stands“ mach­te. Er ver­letzt so Sal­lys Gefüh­le aufs Tiefs­te. Am Ende aber stellt Har­ry end­lich fest, dass es Lie­be ist, was ihn mit Sal­ly ver­bin­det. Das Hap­py End beschließt einen unter­halt­sa­men Thea­ter­abend, für den die Dar­stel­ler mit ihrem Regis­seur mit gro­ßem Applaus bedankt wur­den.
2016 - Plakat - HARRY UND SALLY, Regina Kröll, Florian Fuchs, Bild: Alexander Schoenhoff
2016 - Pla­kat - HAR­RY UND SAL­LY, Regi­na Kröll, Flo­ri­an Fuchs, Bild: Alex­an­der Schoen­hoff
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PRE­MIE­RE:  Sa 24. Sep­tem­ber 2016

WEI­TE­RE TER­MI­NE
Fr/Sa 30 September/01 Okto­ber
Fr/Sa 07/08 Okto­ber
So 09 Okto­ber
Fr/Sa 14/15 Okto­ber
Fr/Sa 21/22 Okto­ber

Spiel­be­ginn: 
Frei­tags und Sams­tags 20 Uhr,
Sonn­tags 17 Uhr
Ein­lass:
ca. 15 Min. vor Spiel­be­ginn

Im ENSEM­BLE TAM OST

Regie:Mar­tin Schö­nacher
Assis­tenz:Regi­na Kil­ly
Büh­ne:Mar­tin Schö­nacher, Flo­ri­an See­bau­er
Licht/Ton:Jörg Will­ke, Mar­tin Schö­nacher
Kos­tüm:Ensem­ble
Foto­gra­fie:Micha­el Hil­scher, Alex­an­der Schoen­hoff
Pla­kat:Alex­an­der Schoen­hoff
 Schau­spie­lerals
Pia Kalt­ner 
Karin Kil­lyMarie
Regi­na KröllSal­ly Alb­right
Corin­na Mayr 
Mar­le­ne Rau­schmay­er 
Flo­ri­an FuchsHar­ry Burns
Sebas­ti­an Moser 
Her­mann Neu­nerJack Hub­ble­man
Bene­dikt Weidl 

Schlag­wor­te zum Stück