HARRY UND SALLY

Komödie nach Nora Ephron

ZUM STÜCKZUR KRITIK
2016 - Plakat - HARRY UND SALLY

2016 – Plakat – HARRY UND SALLY

Vorstellungstermine:
Samstag, 24. September 2016, 20 Uhr, PREMIERE 
Freitag, 30. September
Samstag, 1. Oktober, 20 Uhr
Freitag / Samstag, 7. / 8. Oktober, 20 Uhr
Sonntag, 9. Oktober, 17 Uhr
Freitag / Samstag, 14. / 15. Oktober, 20 Uhr
Freitag / Samstag, 21. / 22. Oktober, 20 Uhr

(Klicken zum anzei­gen)
Im Ensemble TAM OST – Produktion
Regie: Martin Schönacher
Assistenz Regina Killy
Bühne: Martin Schönacher
Florian Seebauer
Video/Licht/Ton: Jörg Willke
Martin Schönacher 
Kostüm: Ensemble
Stylistin: Pia Kaltner
Fotografie: Michael Hilscher 
Alexander Schoenhoff
Plakat: Alexander Schoenhoff
Im Ensemble TAM OST – Schauspiel
Schauspieler als
Pia Kaltner  
Karin Killy Marie
Regina Kröll Sally Albright
Corinna Mayr
Marlene Rauschmayer  
Florian Fuchs Harry Burns
Sebastian Moser
Hermann Neuner Jack Hubbleman
Benedikt Weidl

Zum Inhalt:

"Harry und Sally" Florian Fuchs und ReginaKröll, Bild: Michael HIlscher

Harry und Sally”
Florian Fuchs und Regina Kröll, Bild: Michael HIlscher

Ist wirk­lich der Sex schuld dar­an, dass Frauen und Männer nicht befreun­det sein kön­nen? Genau das behaup­tet Harry in dem bekann­ten Filmklassiker „Harry und Sally“. Was 1989 in der roman­ti­schen Filmkomödie mit Meg Ryan und Billy Crystal die Geister schied, ist bis heu­te nicht end­gül­tig geklärt.

(lnr) Regina Kröll, Hermann Neuner, Florian Fuchs, Karin Killy, Bild Michael Hilscher

(lnr) Regina Kröll, Hermann Neuner, Florian Fuchs, Karin Killy, Bild Michael Hilscher

Gelegenheit, sich ein eige­nes Bild zu machen, bie­tet sich im TAM OST bei der Inszenierung die­ser Romantikkomödie. Zufällig kreu­zen sich über Jahre hin­weg immer wie­der die Wege von Harry und Sally. Aus anfäng­li­cher Antipathie wird schließ­lich Freundschaft – doch geht das über­haupt? Lässt sich Harry schließ­lich vom Gegenteil sei­ner Geschlechtertheorie über­zeu­gen? Oder kom­men am Ende doch die Gefühle dazwi­schen?

(lnr) Regina Kröll, Florian Fuchs, Hermann Neuner, Karin Killy, Bild Michael Hilscher

(lnr) Regina Kröll, Florian Fuchs, Hermann Neuner, Karin Killy, Bild Michael Hilscher

Die Bühnenfassung des bekann­ten Filmklassikers ver­spricht einen unter­halt­sa­men und anrüh­ren­den Theaterabend mit viel Witz und Augenzwinkern. Das Stück hat mehr zu bie­ten als die welt­be­rühm­te Orgasmus-Szene. Irrungen, Wirrungen und wit­zi­ge und schlag­fer­ti­ge Dialoge rei­ßen die Zuschauer mit ins Geschehen.

Als zusätz­li­ches Highlight der Produktion Harry und Sally zei­gen Videoinstallationen die Geschichte von unter­schied­li­chen Paaren. Das krea­tiv gelös­te Bühnenbild vom Regisseur Martin Schönacher unter­malt schlicht aber wirk­sam die Kulisse des Stücks. 

Weitere Fotos fin­den Sie hier: https://goo.gl/photos/aAxDtpiMKBbnM4UNA

© ovb, 29.09.2016, Margrit Jacobi*
Original hier: https://www.ovb-online.de/rosenheim/kultur/harry-sally-6763828.html
*Vermutliche Autorin, Kennzeichnung fehlt 

Am Ende ist es Liebe

© OVB 09.2016 - Margrit Jacobi

© OVB 09.2016 – Margrit Jacobi

Wer kennt ihn nicht, den Film „Harry und Sally“, mit dem der Regisseur Rob Reiner 1989 eine der erfolg­reichs­ten Filmkomödien aller Zeiten geschaf­fen hat?

Vor allem die berühm­te „ Orgasmus-Szene“ mach­te den Film, für den Nora Ephron das Drehbuch geschrie­ben hat­te, welt­be­rühmt. Marcy Kahan arran­gier­te die Geschichte für die Bühne, und zu Beginn der Theatersaison nach der Sommerpause hat nun Martin Schönacher das Stück text­ge­treu für das TAM OST in Rosenheim insze­niert.

An zwei Monitoren, oben links und rechts der Bühne, sind vor und auch wäh­rend das Spiels bei kur­zen Pausen immer wie­der Paare, älte­re, jün­ge­re, auch ein homo­se­xu­el­les Paar zu sehen und zu hören, die vom Kennenlernen, über ihr Zusammensein, den Ehe-Alltag, Einsichten und in Ratschlägen für ein gelun­ge­nes Miteinander berich­ten.

Im ers­ten Bild auf der Bühne tref­fen die Protagonisten des Stückes in Sallys Apartment auf­ein­an­der. Sally (Regina Kröll) hat es eben bezo­gen. Sie ist neu in New York. Harry (Florian Fuchs), emp­foh­len von Sallys Freundin, und auch neu in der Stadt, kommt, um die nöti­gen Malerarbeiten aus­zu­füh­ren. Von Beginn an pral­len ihre gegen­sätz­li­chen Ansichten über Männer und Frauen hef­tig auf­ein­an­der. Besonders Harrys Meinung, Freundschaft zwi­schen Mann und Frau funk­tio­niert nicht, weil ihnen immer der Sex dazwi­schen kommt, teilt Sally über­haupt nicht. Natürlich pro­vo­ziert Harry sie immer wie­der. Als sie sich in einem Fitness-Studio zufäl­lig wie­der begeg­nen, hat jeder gera­de eine neue Beziehung, ihre kon­tro­ver­sen Ansichten in Bezug auf Partnerschaften haben sich jedoch nicht geän­dert.

Es gibt im Stück vie­le Abblendungen, manch­mal auch inner­halb einer Szene. Das ani­mier­te Publikum spen­de­te dabei bei der Première ger­ne Beifall. Die in Schwarz gehal­te­ne Bühne wird durch zahl­rei­che bun­te qua­dra­ti­sche Kuben belebt, die in den vie­len Umbaupausen immer wie­der als Requisiten zu ver­schie­de­nen Formationen zusam­men, bezie­hungs­wei­se aus­ein­an­der gebracht wer­den. Das bringt Abwechslung ins Bühnenbild, stör­te aber oft den Fluss des Geschehens.

Regina Kröll, stets attrak­tiv in unter­schied­li­cher Gardrobe, und Florian Fuchs ser­vier­ten die poin­tier­ten oder anrüh­ren­den Dialoge in tem­pe­ra­ment­vol­lem wie empa­thi­schem Spiel. Natürlich durf­te auch die Szene mit dem gespiel­ten Orgasmus nicht feh­len. Sally wider­leg­te Harrys Behauptung, er erken­ne sofort den Unterschied zwi­schen wah­rem und gespiel­tem Orgasmus einer Frau sofort und Regina Kröll als Sally lie­fer­te den Gegenbeweis in einem beleb­ten Lokal aufs Trefflichste. Kein Wunder, dass einer der Gäste „das glei­che Gericht“ bestel­len woll­te.

Nach der Pause will Sally bei einem Treffen zu viert ihre Freundin Marie, die eine unglück­li­che Beziehung zu einem ver­hei­ra­te­ten Mann hat, mit Harry ver­kup­peln. Der wie­der­um will Sally mit Jack ver­ban­deln. Aber, wie das Leben so spielt, fin­den Jack und Marie auf Anhieb gro­ßen Gefallen anein­an­der. Karin Killy als Marie und Hermann Neuner als Jack Hubbleman setz­ten ihre Rollen mit Spielfreude um.

Harry und Sally sind mitt­ler­wei­le wirk­lich zu Freunden gewor­den und Harry stellt fest, dass er, obwohl er Sally wirk­lich attrak­tiv fin­det, kein Verlangen nach Sex mit ihr hat. Auch wenn Sallys These: Männer und Frauen kön­nen sehr wohl befreun­det sein, ohne Sex zu haben, sich in dem Fall zu bewäh­ren scheint, begeis­tert sie Harrys Feststellung nicht wirk­lich.

Die Jahre ver­ge­hen, Sally fin­det, dass ihre Uhr tickt, was ihr weib­li­ches Verfallsdatum angeht. Sie will nicht immer nur Harrys Trostpreis sein, wenn der gera­de mal unglück­lich ist. Doch als Harry in Scheidung lebt, kann er sich bei Sally aus­wei­nen. Und schließ­lich kommt ihnen doch der Sex dazwi­schen. Aber Harry will nach­her abrupt weg, so wie er es stets bei sei­nen „One-night- Stands“ mach­te. Er ver­letzt so Sallys Gefühle aufs Tiefste. Am Ende aber stellt Harry end­lich fest, dass es Liebe ist, was ihn mit Sally ver­bin­det.

Das Happy End beschließt einen unter­halt­sa­men Theaterabend, für den die Darsteller mit ihrem Regisseur mit gro­ßem Applaus bedankt wur­den.

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