ES WAR EINMAL…

Konzept von Helmut Huber

ZUM STÜCKZUR KRITIK

2012 - Plakat - Es war einmal

2012 – Plakat – Es war ein­mal

Vorstellungstermine: 
PREMIERE
– Samstag, 3. März, 20 Uhr
Freitag / Samstag, 9. / 10. März, 20 Uhr
Freitag / Samstag, 16. / 17. März, 20 Uhr
Sonntag, 18. März, 17 Uhr  
Freitag / Samstag, 23. / 24. März, 20 Uhr
Freitag / Samstag, 30. / 31. März, 20 Uhr

Im Ensemble TAM OST spie­len:
Daniela Mayer, Theresia Schelle, Wolfdietrich Fehler, Helmut Huber und Gerd Meiser

Regie: Helmut Huber und Klaus Schöberl
Plakat: Helmut Huber und Gerd Meiser


Zum Inhalt:

"Die Sieben Schwaben" mit Wolfdietrich Fehler

Die Sieben Schwaben” mit Wolfdietrich Fehler

Was ver­bin­den wir mit dem Satz „Es war ein­mal“?  Märchen? Märchenhaftes? Geträumtes?

Märchen und ande­re Texte, die gefühlt mit dem Satz „Es war ein­mal“ ein­ge­lei­tet wer­den, sind das zen­tra­le Thema die­ses Abends. Sie wer­den nicht vor­ge­le­sen, son­dern vor­ge­spielt, mit Witz und Ernst, zum Lachen und zum Nachdenken. Immer nur ein Schauspieler stellt die Geschichte vor, und er – oder sie – schlüpft mit Lust in alle Rollen der Erzählung.

Der Schwerpunkt liegt auf den Märchen der Gebrüder Grimm. Diese uralten, teil­wei­se bis ins Mittelalter und die Antike hin­ab­rei­chen­den Geschichten wer­den auf der Theaterbühne zum Leben erweckt.

So ent­steht ein abwechs­lungs­rei­cher Abend für Zuschauer von 9 bis 99 Jahren, die bereit sind, sich mit­neh­men zu las­sen in eine Welt, in der die Begriffe Gut und Böse noch klar geschie­den sind.

OVB 06.03.2012, Kritik
(Original siehe: http://www.ovb-online.de/rosenheim/kultur/gute-belohnt-wird-1694196.html)

STIMMUNGSVOLLE „MÄRCHENSTUNDE” FÜR ERWACHSENE IM ROSENHEIMER TAM OST

Wo das Gute belohnt wird

Es war ein­mal…” So begin­nen vie­le Märchen, und sie füh­ren uns in eine Welt des Zaubers und der Symbolik, wo das Gute belohnt und das Böse bestraft wird. Märchen fas­zi­nie­ren nicht nur Kinder, und so erwähl­te sich der Regisseur Helmut Huber aus der Sammlung der Gebrüder Grimm und aus Texten von Heinrich Heine, Kurt Tucholsky, Christian Morgenstern, Josef von Eichendorff, Gottfried Benn und einer Fabel von Aesop Stoff für eine leben­di­ge Aufführung auf der Bühne des Theaters am Markt mit Schauspielern aus dem Ensemble. Dabei konn­ten die Besucher stau­nen, lachen und sich auch ein biss­chen gru­seln. Die Erwachsenen durf­ten zugleich den psy­cho­lo­gi­schen Hintergrund der Aussagen erspü­ren, ob die­se nun amü­sant, skur­ril, spöt­tisch oder lehr­reich waren.

What a dif­frence a day makes” sang zu Beginn Dina Washington vom Band und die fünf Schauspieler, zu denen auch der Regisseur gehört, kamen lachend auf die Bühne. Während sie ent­spannt vor einem satt roten Samtvorhang auf dem Boden lager­ten, sprach Daniela Mayer den Prolog aus dem „Decamerone” von Giovanni Boccaccio. An die­sem küh­len Platz, riet sie den Freunden, soll­ten sie der Hitze ent­flie­hen und den Tag mit dem Darstellen von Geschichten, die ihnen beson­ders gefie­len, ver­brin­gen. Sie selbst begann mit der Erzählung vom „gol­de­nen Schlüssel” und flocht bered­tes Mienenspiel und unter­strei­chen­de Gestik in ihren Vortrag, den sie raf­fi­niert unter­brach, um die Zuschauer auf spä­te­re Fortsetzung zu ver­trös­ten.

Gerd Meiser fand in sei­ner Rolle anfangs nur zöger­lich Gefallen, stieg dann aber voll Vergnügen ins Mitspielen ein. Tucholskys Einlassung hob sei­ne Laune merk­lich und spä­ter beim „Froschkönig” lis­pel­te er gar köst­lich als grü­ner Wasserpantscher.

Wolfi Fehler wie­der­um gab ein hin­rei­ßen­des Schauspiel der „sie­ben Schwaben”, die aus­zie­hen um Abenteuer zu erle­ben. Er klam­mer­te sich zögernd und zau­dernd an den lan­gen Spieß, an dem auch sei­ne Kameraden hin­gen, schwä­bel­te authen­tisch und war sowohl zit­tern­der Angsthase, wie ech­ter Mümmelmann.

"Die Bremer Stadtmusikanten" mit Theresia Schelle

Die Bremer Stadtmusikanten” mit Theresia Schelle

In Heines Märchen vom alten König über­zeug­te Theresia Schelle als mecha­ni­sche Puppe, und mit beson­de­rem Vergnügen erleb­te man sie in der Vielfältigkeit ihres Spiels, in Bewegung und Sprache bei der Geschichte der „Bremer Stadtmusikanten”. Sie amü­sier­te als stot­tern­der Esel, knur­ren­der Hund, schrill krä­hen­der Hahn, maun­zen­de Katze und war in der ide­en­rei­chen und wit­zi­gen Regie Helmut Hubers ein Räuber, der sei­ner Furcht in brei­tem Bairisch Ausdruck ver­lieh.

Dass Märchen rich­tig gru­se­lig sein kön­nen, führ­te Helmut Huber über­aus packend in sei­ner Darstellung vom „Gevatter Tod” vor und auch der Zeigefinger in der Geschichte fehl­te nicht: „Wehe man hält nicht, was man ver­spro­chen hat !” Seine Darbietungen, zu denen auch Gedichte von Gottfried Benn und Josef von Eichendorff gehö­ren, hat Klaus Schöberl als Co-Regisseur insze­niert. Den pas­sen­den Sound zu Christian Morgensterns skur­ri­lem Gedicht vom „Lattenzaun” und Benns „Kleine Asta” gab die Musik der Red Hot Chili Peppers.

Daniela Mayer deck­te in tem­pe­ra­ment­vol­lem Spiel der Gesten und der Lautmalerei die Weisheit in der Fabel Aesops vom Raben und dem Fuchs auf.

Das Ende ver­ein­te alle Darsteller noch ein­mal zum fröh­li­chen Beisammensein und Daniela Mayer ver­ab­schie­de­te ihre Freunde und das Publikum beim Epilog. Hat sich Dornröschen und Schneewittchen noch in einer Ecke ver­steckt? Vielleicht …und wenn sie nicht gestor­ben sind, dann leben sie noch heu­te! Langanhaltender und herz­li­cher Beifall bedank­te den Regisseur und sei­ne Schauspieler für die stim­mungs­vol­le Märchenstunde, die in eine Zeit führ­te, in der das Wünschen noch gehol­fen hat. Der Zauber die­ses Abends aber wird noch lan­ge nach­wir­ken.

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