EINE MITTSOMMERNACHTS-SEX-KOMÖDIE

Komödie von Woody Allen

ZUM STÜCKZUR KRITIK
2009 - Plakat - Eine Mittsommernachts-Sex-Komödie

2009 – Plakat – Eine Mittsommernachts-Sex-Komödie

Vorstellungstermine:
Samstag, 19. September 2009, 20 Uhr, Première
Freitag / Samstag, 25. / 26. September, 20 Uhr
Freitag / Samstag, 2. / 3. Oktober, 20 Uhr
Freitag / Samstag, 9. / 10. Oktober, 20 Uhr
Sonntag, 11. Oktober, 17 Uhr
Freitag / Samstag, 16. / 17. Oktober, 20 Uhr
Freitag / Samstag, 23. / 24. Oktober, 20 Uhr
Sonntag, 25. Oktober, 17 Uhr
Freitag / Samstag, 30. / 31. Oktober, 20 Uhr

Im Ensemble TAM OST – Produktion (Klick zum zei­gen)
Autor / Regie: Stefan Hanus
Assistenz
Bühne: Bernhard Bindl
Licht/Ton:  
Kostüm: Ensemble
Plakat/Fotografie: Alexander Schoenhoff

Im Ensemble TAM OST – Schauspiel (Klick zum zei­gen)
Schauspieler als
Lilli Fischer Adrian
Claudia Loy Dulcy
Susanne Braune Ariel
Gerd Meiser Maxwell
Herbert Prechtl Leopold
Klaus Schöberl Andrew

Zum Inhalt:

Lilli Fischer und Klaus Schöberl

Lilli Fischer und Klaus Schöberl

Die Jubiläums-Spielsaison zu sei­nem 25-jäh­ri­gen Bestehen beginnt der Theater am Markt e.V. mit einer Welterfolgskomödie von Woody Allen.

Eine Mittsommernacht, ein Landhaus in der Nähe New Yorks, am Wald, am Bach: drei Paare, die eigent­lich nur an Sex den­ken, wol­len ein geruh­sa­mes Wochenende mit­ein­an­der ver­brin­gen. Aber in einer Komödie von Woody Allen kommt es natür­lich anders.

Claudia Loy und Gerd Meiser

Claudia Loy und Gerd Meiser

Andrew ist mit Adrian ver­hei­ra­tet, liebt aber auch Ariel. Adrian liebt Andrew, hat aber schon Maxwell in einer ande­ren Mittsommernacht geliebt. Maxwell kommt mit Dulcy, er ver­liebt sich in Ariel, sie sieht Leopold. Der wird Ariel hei­ra­ten und sieht Dulcy.

Ariel hat Andrew in einer noch ande­ren Mittsommernacht geliebt, und nun? Alle sind ver­knallt und durch­ge­knallt und ver­ir­ren sich in die­sem Bäumchen-wechs­le-dich-Spiel, in die­sem Sex-Reigen mit Kreuzschritten und gefähr­li­chen Saltos. Auf der siche­ren Seite ist nur der Zuschauer – er hat Spaß pur.

Susanne Braune und Herbert Prechtl

Susanne Braune und Herbert Prechtl

Unter der Regie von Stefan Hanus zei­gen Susanne Braune, Lilli Fischer, Claudia Loy, Gerd Meiser, Herbert Prechtl und Klaus Schöberl an sechs mensch­li­chen Fallbeispielen, war­um zwei Menschen ein Paar wer­den – oder es viel­leicht auch blei­ben.

Im Grunde geht es – und ging es immer nur – um Sex. Vergangene Affären, ernüch­tern­de Liebesakte, magi­sche Phänomene, neue sexu­el­le Reize und die mys­tisch-ero­ti­sche Atmosphäre des Ortes brin­gen bis dahin geord­ne­te Verhältnisse gewal­tig ins Wanken.

Woody Allen Cannes 2015 - BIld: Georges Biard

Woody Allen Cannes 2015 – BIld: Georges Biard

Der New Yorker Komiker, Autor, Schauspieler und begeis­ter­te Jazzmusiker Woody Allen, Jahrgang 1935, gilt als einer der bedeu­tends­ten Regisseure unse­rer Zeit. Einundzwanzig Mal wur­de er für den Oscar nomi­niert, drei­mal erhielt er ihn. Allen schuf über 50 Filme, auch als Drehbuchschreiber, und dane­ben unzäh­li­ge Erzählungen, Theaterstücke und Kolumnen.

Bei „A Midsummernight’s Sex Comedy“ zeigt er sich 1982 von Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ und des­sen amou­rö­sen Verwicklungen beein­flusst. Aber Allen hat sei­ne Komödie sehr frei nach Shakespeare mit wun­der­bar komi­schen Dialogen geschrie­ben und zeich­net lie­be­voll-iro­nisch ein Bild jener, die lie­ben wol­len, es aber nicht immer kön­nen. 

OVB vom 22.09.2009, Kritik Margrit Jacobi

Sex löst die Spannung

Eine Ehefrau kommt in Fahrt: Klaus Schöberl als Andrew und Lilli Fischer als seine Gattin Adrian. Foto Jacobi

Eine Ehefrau kommt in Fahrt: Klaus Schöberl als Andrew und Lilli Fischer als sei­ne Gattin Adrian. Foto Jacobi

Sex löst die Spannung – Liebe ver­ur­sacht sie” sagt Andrew (Klaus Schöberl) in Woody Allens „Mittsommernachts-Sex-Komödie” und das ist nur eine von vie­len herr­li­chen Kommentaren dar­aus.

In der Inszenierung von Stefan Hanus star­te­te das Theater am Markt mit die­sem Stück sei­ne Jubiläums-Spielsaison zu sei­nem 25-jäh­ri­gen Bestehen.
Freilich hat sich Allen an Shakespeares „Sommernachtstraum” ori­en­tiert und der Geschichte dann sei­nen unver­wech­sel­ba­ren Stempel auf­ge­drückt. Die Paare wech­seln ihre Zusammengehörigkeit wie in Arthur Schnitzlers „Reigen”, oder Ingmar Bergmanns „Das Lächeln einer Sommernacht”. Die Thematik des Partnertausches ist zeit­los aktu­ell.

Optisch bestechend und raf­fi­niert in der Veränderung durch ein die Bühne aus­klei­den­des Tuch, oder eine vor­ge­zo­ge­ne bemal­te Stoffwand, schuf Bernhard Bindl das Bühnenbild. Hübsch stram­peln gleich zu Beginn zwei rot besock­te Männerbeine in der Luft. Wird der gan­ze Kerl sicht­bar mit Fliegermütze, ham­peln­dem Gestus und aus­ge­präg­ter Mimik, ist Woody Allens Alter ego in der Figur des Andrew durch Klaus Schöberl von Anfang an köst­lich gelun­gen. Da sitzt jede Pointe, der Rhythmus von Sprache und Bewegung. Schöberl schlüpft in die Rolle wie in eine zwei­te Haut, in der er sich pudel­wohl fühlt.

Ist Lilli Fischer bis zur Pause in ihrer Rolle als zicki­ge Ehefrau Adrian ein­ge­bun­den in Verklemmtheit, so darf sie nach­her als beschwipst Enthemmte rich­tig auf­dre­hen. Um Sex geht es vor allem in der Komödie und genau den ent­behrt Andrew seit gerau­mer Zeit schmerz­lich. So steckt er sei­ne auf­ge­stau­te Energie in eigen­wil­li­ge Erfindungen wie zum Beispiel einen Grätenentfernungsapparat.

Wenn die Gäste der Eheleute zu einem Wochenende auf dem Land ein­tru­deln, lädt sich die Luft bald „hor­mo­nell” auf. Viel dazu trägt augen­blick­lich Andrews alter Kumpel Maxwell bei. Mit Kreissäge und schick in Weiß geklei­det gibt Gerd Meiser hin­rei­ßend den Draufgänger und Schürzenjäger, den schließ­lich noch die Liebe ereilt, in allen Facetten der Emotionen mit unwi­der­steh­li­cher Komik.

Der Arzt hat sich die frei­zü­gi­ge Krankenschwester Dulcy mit­ge­bracht. Claudia Loy spielt sie herz­er­fri­schend locker als ein ech­tes Naturkind.

Adrians Cousin, der Philosophie- und Kunstprofessor Leopold kom­plet­tiert mit sei­ner zukünf­ti­gen Gattin Ariel das „Sextett”. Sichtlich genießt Herbert Prechtl die Rolle des arro­gan­ten und schein­mo­ra­li­schen Besserwissers, der letzt­end­lich das trieb­haf­te Tier in sich ent­deckt.

Elegant, ero­tisch, flir­tend, char­mant, ver­wirrt und wun­der­schön, all das ist Susanne Braune als bezau­bern­de Ariel. Kein Wunder, dass der frus­trier­te Andrew sei­ne ein­mal ver­pass­te Chance bei ihr, sei­ner Jugendliebe nach­ho­len und Maxwell, der ambi­tio­nier­te Vogelkundler, sich die­sen Schmetterling ein­fan­gen will.

Gespickt mit amü­san­ten Gags ser­viert Regisseur Stefan Hanus mit sei­nen famo­sen Schauspielern die­se Mittsommernachts-Sexkomödie tem­po­reich, schwung­voll und sprit­zig. Nicht zuletzt bie­tet schließ­lich auch Woody Allens köst­lich geist­rei­ches Textmaterial die ent­spre­chen­de Basis für einen über­aus gelun­ge­nen und sehr erhei­tern­den Theaterabend. Waren es die wun­der­sa­men Pilze, oder die schwüls­ti­ge Atmosphäre der Sommernacht, die den Professor zum wild gewor­de­nen Eber wan­del­ten und Herbert Prechtl in die­ser Rolle dem „Affen Zucker geben” lie­ßen?

Können Männer Sex immer bes­ser von der Liebe tren­nen, als Frauen? Ist es sinn­voll, eine ver­pass­te Chance nach­zu­ho­len? Hingehen, selbst her­aus­fin­den und viel Spaß dabei haben, lau­tet die Empfehlung. Das Premierenpublikum jeden­falls fei­er­te den Regisseur und sei­ne Darsteller mit rie­si­gem Applaus.

Echo Rosenheim, Kritik Margrit Jacobi

Höchst amüsant und temporeich inszeniert

Lilli Fischer; Gerd Meiser; Claudia Loy; Klaus Schöberl, Bild: Jacobi, echo

Lilli Fischer; Gerd Meiser; Claudia Loy; Klaus Schöberl, Bild: Jacobi, echo

Schon lan­ge hab ich nicht mehr soviel Spaß gehabt“ kom­men­tier­te ein Besucher am Ende die Première der „Mittsommernachts-Sex-Komödie“ von Woody Allen im Theater am Markt.

Mit die­ser Inszenierung von Stefan Hanus star­te­te das Theater sprit­zig und wit­zig sei­ne Jubiläumsspielsaison zum 25-jäh­ri­gen Bestehen.

Das „Sextett“ drei­er Paare musi­ziert dabei hor­mo­nell gesteu­ert weni­ger har­mo­nisch als dyna­misch impro­vi­sie­rend und die ver­schie­de­nen Töne sind über­aus indi­vi­du­ell in der mit Stoffbahnen kunst­voll gestal­te­ten Kulisse.

Regisseur Stefan Hanus erzählt im Bühnenbild von Bernhard Bindl mit sei­nen alle­samt aus­ge­zeich­ne­ten Darstellern eine Geschichte, der Shakespeares Sommernachtstraum zwar zu Grunde liegt, die Woody Allen aber geni­al schräg mit sei­nem Geist und Witz umsetz­te. Sex ist die Antriebsfeder im Verhalten der ein­zel­nen Figuren, was der eine oder ande­re erst im Laufe des Geschehens ganz zu erken­nen gibt.

Wenn das Ehegespann Andrew und Adrian zwei Paare am Wochenende zur Mittsommernacht in sein Landhaus am Wald ein­lädt, hat das für alle unge­ahn­te Folgen. Banker und Hobbyerfinder Andrew lei­det an sexu­el­lem Frust, ver­ur­sacht durch die abso­lu­te Verklemmtheit sei­ner Gattin auf lust­be­ton­tem Gebiet.

Mit wie viel schau­spie­le­ri­scher Finesse und Vergnügen am Spiel Klaus Schöberl die gan­ze Bandbreite die­ser Woody Allen Figur umsetzt, ist Genuss pur für den Zuschauer! Ihre Rolle als zickig ver­spann­te Ehefrau gibt Lilli Fischer kaum gro­ße Variationen, doch spä­ter, als ange­schwips­te Adrian, kommt sie noch bes­tens zum Zug.

Andrews alter Kumpel, der Arzt Maxwell kann sei­ne sexu­el­len Gelüste dafür umso locke­rer aus­le­ben. Passende Begleitung ist ihm die frei­zü­gi­ge Krankenschwester Dulcy. Gerd Meiser ist auch optisch unwi­der­steh­lich mit Kreissäge und in som­mer­li­ches Weiß geklei­det. Wie er mit wech­sel­vol­lem Mienenspiel, sei­nen Emotionen Ausdruck ver­leiht muss man ein­fach gese­hen haben! Claudia Loy als Dulcy ist von erfri­schen­der Natürlichkeit, ein ech­ter Schatz.

Die schö­ne Ariel kom­plet­tiert mit ihrem Verlobten, dem älte­ren Philosophie- und Kunstprofessor Leopold, den Reigen der Paare, von denen sich kei­nes immun gegen­über neu­en Spielgefährten zeigt. Susanne Braune begeis­tert in ele­gan­ter Erscheinung und wun­der­bar aus­druck­star­kem Agieren. Herbert Prechtl erweist sich bei der erstaun­li­chen Verwandlung vom mora­li­sie­ren­den Klugscheißer zum ent­hemm­ten Sexlüstling als Komödiant mit gro­ßer Freude am Klamauk.

Gespickt mit herr­li­chen Gags, ser­viert Regisseur Stefan Hanus die­ses Stück mit sei­nen fabel­haf­ten Schauspielern tem­po­reich und höchst amü­sant mit dem rich­ti­gen Gefühl für den Rhythmus im Spielfluss. Nach reich­lich Szenenapplaus gab es am Ende Jubel und gro­ßen Beifall für alle Künstler. Vergnügen wird garan­tiert in die­ser Komödie!

Margrit Jacobi

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