Komö­die von Jean Poiret

Regie: Hans Anker, Anja Rajch

Zum Inhalt
Geor­ges‘ Sohn Lau­rent haben bei­de lie­be­voll gemein­sam groß­ge­zo­gen. Nun will Lau­rent hei­ra­ten und die Fami­li­en der Ver­lieb­ten sol­len sich ken­nen­ler­nen. Aller­dings: die Ver­lob­te Muri­el stammt aus einer erz­kon­ser­va­ti­ven Fami­lie!

Um einen Eklat zwi­schen den so unter­schied­li­chen Eltern­paa­ren und das Plat­zen der Hoch­zeit zu ver­mei­den, sind Geor­ges und schließ­lich auch Albin bereit, eine kon­ven­tio­nel­le Fami­lie vor­zu­spie­len, so harm­los und unauf­fäl­lig wie mög­lich.

(lnr) "Frau und Herr Dieulafoi, George, Albin, Muriel und Laurent", Silvia Hofmann, Norbert Reiche, Hermann Hager, Hans Anker, Sophia Walke und Maximilian Weidinger, Bild: Albert Aschl
(lnr) „Frau und Herr Dieu­la­foi, Geor­ge, Albin, Muri­el und Lau­rent“, Sil­via Hof­mann, Nor­bert Rei­che, Her­mann Hager, Hans Anker, Sophia Wal­ke und Maxi­mi­li­an Wei­din­ger, Bild: Albert Aschl

Aber von Tag zu Tag wer­den die Täu­schungs­ma­nö­ver kom­pli­zier­ter.

Mit Ver­wir­rung, Ver­wechs­lung und Ver­plap­pern über­schla­gen sich zwar die Kata­stro­phen, aber das Gau­di­um für die Zuschau­er ist garan­tiert.

(lnr) "Simone, George und Albin", Angelika Sewald-Löffelmann, Hermann Hager und Hans Anker, Bild: Albert Aschl
(lnr) „Simo­ne, Geor­ge und Albin“, Ange­li­ka Sewald-Löf­fel­mann, Her­mann Hager und Hans Anker, Bild: Albert Aschl

©OVB, 07.05.2019, von Rai­ner Jan­ka

(Ori­gi­nal sie­he: https://www.ovb-online.de/rosenheim/kultur/am-ende-alles-charleston-12257674.html)

Das altern­de Schwulenpaar(von links: Her­mann Hager und Hans Anker), umsorgt von dem Haus­boy (Chris­ti­an Swo­bo­da), muss bald so tun, als sei es nicht schwul. jan­ka

Am Ende alles Charles­ton

Rosen­heim – Wenn sich das „Nor­ma­le“ und das „Nicht­nor­ma­le“ über­lap­pen, gibt es Kata­stro­phen.

Wenn Schwul­sein das Nor­ma­le ist, ist die hete­ro­se­xu­el­le Welt das Anor­ma­le. Wenn der „anor­ma­le“ Sohn des Schwu­len hei­ra­ten will und den Schwie­ger­el­tern hei­le, ist gleich: anor­ma­le Welt vor­spie­len will, wird‘s absurd – und hoch­ko­misch. 

Das ist das The­ma von „Ein Käfig vol­ler Nar­ren“ von Jean Poiret. Hans Anker und Anja Rajch haben die­ses Thea­ter­stück, das auch als Film und Musi­cal die Welt erobert hat, auf die Büh­ne des TAM OST gebracht.

Sie las­sen alles in Deutsch­land spie­len, mit deut­schen Namen und mit teil­wei­se bai­risch-frän­ki­schem Zun­gen­schlag. Das amü­siert die Zuschau­er sehr. Das nimmt aber auch ein wenig von der fran­zö­si­schen Sprit­zig­keit und dem Pari­ser Esprit. Aber es ist bra­chi­al-komisch, wenn die Ani­mier­da­me kra­chert bai­risch ani­miert (Chris­ti­an Reit­in­ger), und es ist fein­sin­nig-komisch, wenn Chris­ti­an Swo­bo­da als offi­zi­el­ler „Haus­boy“, auch „Berg­nut­te“ genannt, sich halb­nackt in Leder­ho­sen auf dem Boden wälzt und um Schlä­ge wim­mert und ansons­ten Kavi­ar mit Scham­pus ser­viert und tän­zelnd Gäbel­chen und Mes­ser­chen sor­tiert.
Er hat­te – am Ende im gold­glit­zern­den Hös­chen – auch den meis­ten Mut zum Schwul­sein.

Das altern­de Schwu­len­paar Georg und Albin stell­te das Schwul­sein nicht so deut­lich, dafür auch nicht so thea­tra­lisch her­aus, beton­te das Nor­ma­le des Schwul­seins. Lus­tig wird’s, wenn Hans Anker als Albin, der nicht mal männ­lich hus­ten kann, ler­nen soll, wie man männ­lich einen Toast streicht, und wenn dann der echt männ­li­che Metz­ger (Ger­hard Sell­mair), von dem er Männ­lich­keit ler­nen soll, fein­sin­nig-kul­ti­viert von der Schön­heit der Male­rei des Quat­tro­cent­os schwärmt.

Her­mann Hager bewegt sich als Besit­zer des „Nar­ren­kä­figs“ sou­ve­rän zwi­schen den Wel­ten des Nor­ma­len und Anor­ma­len, könn­te noch schär­fer arti­ku­lie­ren und sei­ne Sot­ti­sen noch ziel­ge­nau­er abschie­ßen.

Wenn die künf­ti­gen spie­ßi­gen – nor­ma­len oder anor­ma­len? – Schwie­ger­el­tern kom­men, wird’s tur­bu­lent, ohne dass die­se Tur­bu­lenz auf die mög­li­che Spit­ze getrie­ben wird.
Nor­bert Rei­che trom­pe­tet mora­li­sie­rend mit kraft­vol­lem Poli­ti­ker­ton (er ist ja Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter), sei­ne Frau (Sil­via Hof­mann) fällt ins Kräf­tig-Bai­ri­sche und ent­larvt ihre Figur als nicht nur spie­ßig, son­dern auch pro­vin­zi­ell.
Inmit­ten des Cha­os sitzt anmu­tig der hüb­sche Sohn (Maxi­mi­li­an Wei­din­ger als Schau­spiel­de­bü­tant recht sicher) und sei­ne zur Stumm­heit ver­damm­te Braut (Sophia Wal­ke), bis die wirk­li­che Mut­ter (Ange­li­ka See­wald-Löf­fel­mann als welt­erfah­re­ne Socie­ty-Lady) erscheint und alles noch mehr ver­kom­pli­ziert.

Am Schluss ret­ten sich alle, weil die Gesell­schafts­re­por­ter das Haus umzin­geln, unter 20er-Jah­re-Perü­cken und in einen ver­such­ten Charles­ton-Tanz: Alles Charles­ton.

2019 - Plakat - EIN KÄFIG VOLLER NARREN, Plakat: Stine Helbig
2019 - Pla­kat - EIN KÄFIG VOL­LER NAR­REN, Bild: Sti­ne Hel­big
"Zaza und George", Hans Anker und Herrmann Hager, Bild: Albert Aschl
„Zaza und Geor­ge“, Hans Anker und Herr­mann Hager, Bild: Albert Aschl
Bil­der im Goog­le Foto­ar­chiv

PRE­MIE­RE:  Sa 27. APRIL 2019

WEI­TE­RE TER­MI­NE
Fr/Sa 03/04 Mai
So 05 Mai
Fr/Sa 10/11 Mai
So 12 Mai
Fr/Sa 17/18 Mai
So 19 Mai
Fr 24 Mai
So 26 Mai

Spiel­be­ginn: 
Frei­tags und Sams­tags 20 Uhr,
Sonn­tags 17 Uhr
Ein­lass:
ca. 15 Min. vor Spiel­be­ginn

Das TAM-Mut­ter­tags-Spe­zi­al am 12.Mai! Über­ra­schen Sie doch ihre Mut­ter und berei­ten Sie ihr einen unver­gess­li­chen Abend. Zum Thea­ter­be­such kön­nen Sie ein „All you can eat” Buf­fet hin­zu buchen.

Im ENSEM­BLE TAM OST

Regie:Hans Anker, Anja Rajch
Assis­tenz:Anja Rajch
Büh­ne:Ensem­ble
Licht/Ton:Ger­hard Sell­mair
Kos­tüm:Ensem­ble
Foto­gra­fie:Albert Aschl
Pla­kat:Sti­ne Hel­big
 Schau­spie­lerals
Sil­via Hof­mann Frau Dieu­la­foi
Ninet­te Sell­mairZor­ba
Ange­li­ka Sewald-Löf­fel­mann Simo­ne
Sophia Wal­keMuri­el
Hans AnkerAlbin/Zaza
Oli­ver Män­nerHerr Taba­ro
Nor­bert Rei­cheHerr Dieu­la­foi
Chris­ti­an Reit­in­gerFrancine/Franz
Ger­hard Sell­mairMetz­ger Langue­doc
Chris­ti­an Swo­bo­daJakob
Maxi­mi­li­an Wei­din­gerLau­rent

Schlag­wor­te zum Stück