EIN KÄFIG VOLLER NARREN

Komödie von Jean Poiret

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Vorstellungstermine:


Samstag, 27. April 2019, 20 Uhr, Première
Fr 03.05.19 / Sa 04.05.19 / So 05.05.19
Fr 10.05.19 / Sa 11.05.19 / So 12.05.19
Fr 17.05.19 / Sa 18.05.19 / So 19.05.19
Fr 24.05.19 /                         So 26.05.19 
Spielbeginn: Fr, Sa 20 Uhr, So 17 Uhr

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Im Ensemble TAM OST – Produktion
Regie: Hans Anker, Anja Rajch
Assistenz: Anja Rajch
Bühne: Ensemble
Licht/Ton: Gerhard Sellmair
Kostüm: Ensemble
Fotografie: Albert Aschl
Plakat: Stine Helbig
Im Ensemble TAM OST – Schauspiel (Klick zum zei­gen)
Schauspieler als
Silvia Hofmann Frau Dieulafoi
Ninette Sellmair Zorba
Angelika Sewald-Löffelmann Simone
Sophia Walke Muriel
Hans Anker Albin/Zaza
Hermann Hager George
Oliver Männer Herr Tabaro
Norbert Reiche Herr Dieulafoi
Christian Reitinger Francine/Franz
Gerhard Sellmair Metzger Languedoc
Christian Swoboda Jakob
Maximilian Weidinger Laurent

Zum Inhalt:
Georges ist der Besitzer des Nachtclubs „Der Narrenkäfig”, und sei­ne gro­ße Liebe Albin ist „Zaza”, der bezau­bern­de Star der abend­li­chen Show. Seit über 20 Jahren sind sie ein Paar. Es ist eine Liebe mit Krisen, Küssen, Streit und Leidenschaft.

Ein Käfig vol­ler Narren” von Jean Poiret, Bild Albert Aschl

 

Georges‘ Sohn Laurent haben bei­de lie­be­voll gemein­sam groß­ge­zo­gen. Nun will Laurent hei­ra­ten und die Familien der Verliebten sol­len sich ken­nen­ler­nen. Allerdings: die Verlobte Muriel stammt aus einer erz­kon­ser­va­ti­ven Familie!

Zaza/Albin” & George” Hans Anker, Hermann Hager (lnr), Bild: Albert Aschl

Um einen Eklat zwi­schen den so unter­schied­li­chen Elternpaaren und das Platzen der Hochzeit zu ver­mei­den, sind Georges und schließ­lich auch Albin bereit, eine kon­ven­tio­nel­le Familie vor­zu­spie­len, so harm­los und unauf­fäl­lig wie mög­lich.

Aber von Tag zu Tag wer­den die Täuschungsmanöver kom­pli­zier­ter.

Mit Verwirrung, Verwechslung und Verplappern über­schla­gen sich zwar die Katastrophen, aber das Gaudium für die Zuschauer ist garan­tiert.

Weitere Bilder fin­den Sie hier: https://photos.app.goo.gl/5yGYebvLBvFAwPxg6
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©OVB, 07.05.2019, von Rainer Janka

(Original siehe: https://www.ovb-online.de/rosenheim/kultur/am-ende-alles-charleston-12257674.html)

Am Ende alles Charleston

Das alternde Schwulenpaar(von links: Hermann Hager und Hans Anker), umsorgt von dem Hausboy (Christian Swoboda), muss bald so tun, als sei es nicht schwul. janka

Das altern­de Schwulenpaar(von links: Hermann Hager und Hans Anker), umsorgt von dem Hausboy (Christian Swoboda), muss bald so tun, als sei es nicht schwul. jan­ka

Rosenheim – Wenn sich das „Normale“ und das „Nichtnormale“ überlappen, gibt es Katastrophen.

Wenn Schwulsein das Normale ist, ist die hete­ro­se­xu­el­le Welt das Anormale. Wenn der „anor­ma­le“ Sohn des Schwulen hei­ra­ten will und den Schwiegereltern hei­le, ist gleich: anor­ma­le, Welt vor­spie­len will, wird‘s absurd – und hoch­ko­misch. Das ist das Thema von „Ein Käfig vol­ler Narren“ von Jean Poiret. Hans Anker und Anja Rajch haben die­ses Theaterstück, das auch als Film und Musical die Welt erobert hat, auf die Bühne des Tam Ost gebracht.

Sie las­sen alles in Deutschland spie­len, mit deut­schen Namen und mit teil­wei­se bai­risch-frän­ki­schem Zungenschlag. Das amü­siert die Zuschauer sehr. Das nimmt aber auch ein wenig von der fran­zö­si­schen Spritzigkeit und dem Pariser Esprit. Aber es ist bra­chi­al-komisch, wenn die Animierdame kra­chert bai­risch ani­miert (Christian Reitinger), und es ist fein­sin­nig-komisch, wenn Christian Swoboda als offi­zi­el­ler „Hausboy“, auch „Bergnutte“ genannt, sich halb­nackt in Lederhosen auf dem Boden wälzt und um Schläge wim­mert und ansons­ten Kaviar mit Schampus ser­viert und tän­zelnd Gäbelchen und Messerchen sor­tiert. Er hat­te – am Ende im gold­glit­zern­den Höschen – auch den meis­ten Mut zum Schwulsein.

Das altern­de Schwulenpaar Georg und Albin stell­te das Schwulsein nicht so deut­lich, dafür auch nicht so thea­tra­lisch her­aus, beton­te das Normale des Schwulseins. Lustig wird’s, wenn Hans Anker als Albin, der nicht mal männ­lich hus­ten kann, ler­nen soll, wie man männ­lich einen Toast streicht, und wenn dann der echt männ­li­che Metzger (Gerhard Sellmair), von dem er Männlichkeit ler­nen soll, fein­sin­nig-kul­ti­viert von der Schönheit der Malerei des Quattrocentos schwärmt.

Hermann Hager bewegt sich als Besitzer des „Narrenkäfigs“ sou­ve­rän zwi­schen den Welten des Normalen und Anormalen, könn­te noch schär­fer arti­ku­lie­ren und sei­ne Sottisen noch ziel­ge­nau­er abschie­ßen.

Wenn die künf­ti­gen spie­ßi­gen – nor­ma­len oder anor­ma­len? – Schwiegereltern kom­men, wird’s tur­bu­lent, ohne dass die­se Turbulenz auf die mög­li­che Spitze getrie­ben wird. Norbert Reiche trom­pe­tet mora­li­sie­rend mit kraft­vol­lem Politikerton (er ist ja Landtagsabgeordneter), sei­ne Frau (Silvia Hofmann) fällt ins Kräftig-Bairische und ent­larvt ihre Figur als nicht nur spie­ßig, son­dern auch pro­vin­zi­ell. Inmitten des Chaos sitzt anmu­tig der hüb­sche Sohn (Maximilian Weidinger als Schauspieldebütant recht sicher) und sei­ne zur Stummheit ver­damm­te Braut (Sophia Walke), bis die wirk­li­che Mutter (Angelika Seewald-Löffelmann als welt­erfah­re­ne Society-Lady) erscheint und alles noch mehr ver­kom­pli­ziert.

Am Schluss ret­ten sich alle, weil die Gesellschaftsreporter das Haus umzin­geln, unter 20er-Jahre-Perücken und in einen ver­such­ten Charleston-Tanz: Alles Charleston.

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