ROCKING CHRISTMAS

Musik-Theater mit Lebkuchen

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Die (offene!) TAM OST-Weihnachtsfeier für alle!

lnr: Klaus Schöberl, Daniela Mayer, Helmut Huber

lnr: Klaus Schöberl, Daniela Mayer, Helmut Huber

Termin: Samstag, 13. Dezember 2014, 20 Uhr

Im Ensemble TAM-OST spie­len: Daniela Mayer, Helmut Huber, Klaus Schöberl und Alexander Schoenhoff

Regie: Helmut Huber


 

Die Leidenschaft fürs Theater und die Leidenschaft für die Musik ver­bin­den Daniela Mayer, Klaus Schöberl und Helmut Huber in einem Musik-Theater-Abend. Alle drei spie­len gern Theater und sin­gen gern. Oft auch gemein­sam.
Und wie so oft könn­te alles so schön sein, wäre da nicht noch Alexander Schoenhoff – der ent­nerv­te Regisseur!

2014 kam Mayer, Schöberl und Huber die Idee, die Leidenschaften zu Musik und Theater mit­ein­an­der zu ver­bin­den, qua­si im gemisch­ten Männerchor. Das sich dar­aus erge­ben­de klei­ne fei­ne Musik-Theater-Kunstwerk wird auch in die­sem Jahr wie­der in der Reihe “Literatur und Lebkuchen im TAM-OST” urauf­ge­führt.

Im Voraus nur so viel: Es wird nicht besinn­lich! VERSPROCHEN – dafür ist gesorgt!
Ein ver­gnüg­ter Abend “vom Verein für den Verein” und natür­lich auch für alle Freunde und Gäste (also Freunden die’s noch wer­den) wird’s sein. Das ist 100% sicher. So let the good times roll!

Eintritt für Nicht-Vereinsmitglieder (mit advent­li­chem Lebkuchen dazu): 7,- €

KRITIK, OVB Online 17.12.2014, ©Jacobi

Original sie­he: http://www.ovb-online.de./rosenheim/kultur/lebkuchen-heitere-szenen-4542419.html
Anm.d.Red: Der Text wur­de hin­sicht­lich eini­ger Benennungsfehler geän­dert. Inhalt, Sinn und Aussage blie­ben unver­än­dert.

Lebkuchen und heitere Szenen

Dass die Weihnachtsfeier des TAM OST mit Besinnlichkeit eher weni­ger am Hut hat­te, dar­auf wies schon der Programmtitel „Rocking Christmas” hin. Unter dem Motto „Literatur und Lebkuchen” spiel­ten und san­gen Daniela Mayer, Klaus Schöberl und Helmut Huber vom Ensemble des Rosenheimer Theaters.

Eine Probe zu Goethes „Faust” gab die locke­re Rahmenhandlung in der Alexander Schoenhoff als Regisseur fun­gier­te.
Nur noch eine Woche blieb ihm bis zur Première, und er hat­te mehr als genug an sei­nem Ensemble aus­zu­set­zen. So ret­te­ten sich die drei immer wie­der in gesang­li­che Zwischenspiele, erst war es der gemisch­te Gospelchor, im Laufe des Abends aber lau­te­te ihre Devise „Let the good times roll”

Zwar lie­ßen Dialoge zwi­schen Gott und dem Teufel, Monologe von Mephisto oder Faust auch die Literatur zu Worte kom­men, größ­ten­teils aber sang das Trio zur Gitarre von Helmut Huber „oldies but goo­dies”. Dani Mayer im Minirock, Klaus Schöberl mit Schiebermütze oder alle drei in schwar­zen Anzügen, Hüte tief in die Stirne: Mafiosi unter sich. Kaum hat­te Schöberl dekla­riert, „Drum hab ich mich der Magie erge­ben… dass ich erken­ne, was die Welt im Innersten zusam­men­hält”, sang er gleich drauf mit sei­nen bei­den Partnern über das ” Crazy litt­le thing cal­led love”.

Minimalistische Ekstase bei „Warten auf Godot” von Samuel Beckett wünsch­te sich der Regisseur von Daniela Mayer, die dabei dann als Anhalterin ihre Bewegungen wirk­lich aufs Äußerte beschränk­te. Für Ekstase war da frei­lich kein Platz. Noch mini­ma­lis­ti­scher woll­te Alexander Schoenhoff Goethes „Faust” anle­gen. „Da muss fast alles raus, das spielt sich von allei­ne!” war sein Fazit.

Amy Winehouse‘ „Rehab”, Bob Marleys „I shoot the Sheriff” oder Michael Jacksons „Billy Jean” lagen dem Trio alle­mal mehr, als Johann Sebastian Bach, den wie­der­um Gott lie­ber gehört hät­te. So ent­sprach auch der „Trip to hell” (gemeint ist „Hells Bells” von AC/DC) dem Contract-Killer eines Klaus Schöberl eher, als eine Himmelfahrt und bei pan­to­mi­mi­schen Duell in Schwarzweiß blie­ben die Kontrahenten letzt­end­lich bei­de auf der Strecke.

Wie die Musik ent­stan­den war, ver­such­ten die Drei in einem Tanz ums Feuer zu demons­trie­ren, wobei die Flammen natür­lich nur auf einem Video zün­gel­ten. Als mit Fell beklei­de­te Steinzeitmenschen umspran­gen sie das Bild und into­nier­ten dazu „She‘s cra­zy like a fool, Daddy Cool”. Sollte dies als Wechselbad zwi­schen warm und kalt zu ver­ste­hen gewe­sen sein?

Helmut Huber stell­te in der Rolle des Beatles John Lennon die Frage: „Was wäre gewe­sen, wenn ich län­ger gelebt hät­te?”
Hätte es ein Remake der Beatles gege­ben? Wohl kaum, dafür sang das Trio einen der erfolg­reichs­ten Beatles-Songs „Lucy in the Sky with Diamonds”, wie auch vor­her „Ticket to ride” und am Ende als Zugabe „All my loving”.

Vor Beginn die­ses bunt gemisch­ten Programms hat­ten die Besucher einen Lebkuchen erhal­ten, ein biss­chen vor­weih­nacht­lich soll­te der Abend eben doch sein.

 

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