KULTUR PUR

Leckerbissen der Rosenheimer Kleinkunstszene
 am 15. November 2016, um 20 Uhr

ZUM EVENTZUR KRITIK

Diesmal dabei sind…

Andrea Limmer wurde an einem Faschingsdienstag 1985 in Oberbayern geboren und 2012 als d`Limmerin, Autorin und Kabarettistin wiedergeboren. Inzwischen schreibt sie Drehbücher, Theaterstücke, Kabarettprogramme und Kolumnen. Sie nutzt die bayerische Sprache als Stilmittel, mal glaubt man sich in einem Lausbubenfilm nach Ludwig Thomas, mal in einem Kroetz‘schen Theaterstück, man hört Rosl Mayr und Liesl Karlstadt, es ist unglaublich, welche komödiantische Energie und Ausdruckkraft in diesem zarten Wesen steckt. http://www.andrea-limmer.de/ enthält noch einiges mehr an Infos zur Limmerin.

aminajohnAmina & John: Amina Thiombane ist in verschiedenen Musikgenres und Stilrichtungen zu Hause – Jazz, Blues, Soul, aber auch Rock, Alternative und Progressive Metal. Ihr Gesang lässt vermuten, sie wäre die Reinkarnation vieler afrikanischer Sängerinnen in einer Person. Ihr Stimmvolumen reicht von einer rauchigen, tiefen Stimme bis hinauf zu einem glasklaren Sopran. Begleitet wird sie von John Brunton, der für sein virtuoses Gitarrenspiel bekannt ist. Er trat schon bei vielen Festivals in Europa auf, unter anderem bei den Burghausener Jazzwochen. Mehr Infos zu den beiden finden Sie auf Aminas Seite: http://amina-thiombane.de/Amina%20und%20John.html

Kultur pur 2016 - Ralf Müller

Ralf Müller, der Aiblinger Liedermacher, ist vielen als Sänger der bekannten Band „Vait“ ein Begriff. Bei Kultur pur tritt er solo auf, wunderbar unterstützt von Irmi Haager am Kontrabass und Stefan Grund am Piano. Die Texte von Ralf Müller gehen unter die Haut, sind sie doch sehr persönlich und direkt, ohne Schnörkel und überflüssige Überbrückungen, aber feinsinnig gestrickt und nie belanglos. Die Musik ist reduziert und mal kantig und mal weich.

Stefan KroellStefan Kröll: Der Schreinermeister und Kabarettist wurde 1970 in Feldkirchen geboren. Sein erstes Programm stellte er 2008 unter dem Titel „Herzblut Schreiner“ vor. Seit 2014 tourt er erfolgreich mit dem Programm „Projekt Minga“ durch Deutschland. Darin wagt es sich in die Untiefen der bayerischen Landeshauptstadt mit all ihren Facetten, Geheimnissen und Gegensätzen. Es gibt viel Kurioses, Witziges und Spannendes in diesem Programm, aus dem er uns Auszüge vorstellt. Mehr zu Stefan Kröll gibt’s hier: http://kabarett-kroell.de/

RigoL und tOrFRigol & tOrF: RigoL (Emmeran Heringer) und tOrF (Stefan Pillokat) sind zwei begnadete Clowns. Sie sind beide Absolventen der Schule für Clowns in Mainz und verstehen es immer wieder, ihr Publikum in Bann zu ziehen. Keine Spur von Pappnasengehabe und tortenschlachtähnlichem Unfug, sondern herrlich skurrile Szenen voll ausdrucksstarker Mimik, Pantomime und Akrobatik, verknüpft mit fein nostalgischem Flair. Sie wollen mehr zu den beiden wissen? Bitte sehr: http://www.rigol-torf.de/

Eintritt für den Kleinkunstabend: 15,-, ermäßigt 12,- €
Reservierte Karten müssen vorher abgeholt werden.

 

©ovb, 8.11.2016, Sieberath
Original: https://www.ovb-online.de/rosenheim/kultur/blues-minga-clownereien-6990705.html

Blues, Minga und Clownereien

Rosenheimer Dauergäste: Rigol und Torf. Sieberath

Rosenheimer Dauergäste: Rigol und Torf. Sieberath

Seit 20 Jahren begeistert „Kultur pur“ die Liebhaber der Kleinkunstszene in Rosenheim.

Mit einer bunten Mischung aus Kabarett und Clownerie, Newcomern und Dauerbrennern, Liedermachern und Soulinterpretin faszinierten Werner Rösler und sein Team auch dieses Jahr wieder das Publikum in dem ausverkauften Theatersaal im Tam-Ost. „Es ist immer wieder erstaunlich, welche Qualität und Vielfalt der Kleinkunst bei „Kultur pur“ zu sehen ist“, lobte ein Dauergast die Programmauswahl.

Den Beginn machte Kabarettneuling Andrea Limmer aus Niederbayern. Die zierliche Kabarettistin mit dem lockeren Mundwerk und mehrsinnigen Wortspielereien begleitete sich bei ihren tiefgründigen Liedern über Freiheit und Zigeunerleben mit einer Ukulele. Sie machte sich Gedanken über ihre niederbayerische Heimat und Trinklieder („Entweder du ziehst weg, oder du trinkst, deswegen gibt es bei uns jede Menge Trinklieder“) über Dschihad, die Angst vor dem Islam und den Einfluss der Medien auf die Wertevermittlung. Passendes Opfer für alle Fremdenängste ist die fernsehgebildete 80-jährige WG-Oma Zilly, die selbst CSU, die Zeugen Jehovas und die Heiligen Drei Könige in die Flucht schlägt.

Eine perfekte Blues-Stimme hat Amina Thiumbane. Gemeinsam mit ihrem Gitarristen John Brunton nahm die in Taunstein lebende Künstlerin mit senegalesisch-ungarischen Wurzeln ihre Zuhörer mit auf eine tief bewegende Reise durch die Genres Jazz, Blues und Soul mit Hang zum Gospel. Songs von Tom Waits sowie aus der Gershwin-Oper „Porgy und Bess“, „Freedom“ aus dem Film „Django Unchained“ oder ein an Gospel anlehnendes Lied aus ihrer Kindheit ließen die rauchige Stimme Aminas bestens zur Geltung kommen.

Noch bevor der nächste Künstler, Stefan Kröll, die Bühne betreten konnte, stürmten die Dauerbrenner-Clowns Rigol und Torf als Lieferboten den Saal mit einem Riesenpaket, das unter Einsatz bester Clownerien zur Verwahrung abgegeben wurde. Stefan Kröll ließ sich durch die unerwartete Verzögerung nicht aus der Ruhe bringen und präsentierte stoisch mit typisch bayerisch, trockenem Humor Teile seines Programms „Projekt Minga“. Da ist die Rede von Skinheads in der U-Bahn, ausgelassenen Hosen und einem amüsanten Fahrervergleich von Münchnern, Ebersbergern und Eggenfeldnern in München. Eine Geschichtsstunde über die Landeshauptstadt führt von einer keltischen Siedlung an der Isar hin zu Schuhbeck, dessen Ingwer-Wahn zu Glupschaugen führt und dem Hinweis auf Schuhbeck-Fan Mesut Özil. Auch die Biergartenkultur findet Erwähnung und sorgt mit der Aussage: „Im Augustiner Biergarten werden an einem guten Tag im Sommer rund 15 000 Mass verkauft – das san fast 12 000 Liter“, ebenso für Heiterkeitsausbrüche wie die Bemerkung, das Ross am Nachbarhof sei durch Beamtenblut eingeschläfert worden. Erneut zu sehen ist Kröll, der in Feldkirchen-Westerham lebt, am 9. März im Kuko Rosenheim mit der Premiere seines neuen Programms „Gruam“.
Persönliche Geschichten

Nach der Pause ging es sehr ruhig und bewegend weiter mit dem Bad Aiblinger Liedermacher und Frontmann von Vait, Ralf Müller (Gitarre). Wunderbar begleitet wurde er bei seinem Auftritt von Irmi Haager am Kontrabass und Stefan Grund am Piano. Leise Musik mit dramatischem Tempi-Wechsel, tiefsinnige Texte und sehr persönliche Geschichten überaus gefühlvoll vorgestellt, ließen die Zuhörer verstummen und lauschen. Müller erzählte von Liebe und Trennungsängsten, gab eine Liebeserklärung an Amsterdam ab, philosophierte über Neugier und seinem Wunsch, Kind sein zu dürfen.

Nach soviel Gefühl tat es gut, dass Clowns Emmeran Heringer und Stefan Pillokat als Rigol und Torf mit ihrem neuesten Programm die Zuschauer zum Lachen brachten. Das bereits vor der Pause im Publikum deponierte Paket wurde unter großem Aufwand geöffnet und verbarg unter leckerem Füllstoff ein Einrad. Bravourös meisterte Rigol seine ersten Fahrversuche und ließ für akrobatische Pirouetten eine Dame aus dem Publikum auf seinen Schultern Platz nehmen. Unter melancholisch-russischen Klängen von Torf kreiste er die Bühne – unfallfrei und unter lautem Applaus.

Die leisen Clowns Rigol und Torf mit der großartigen Mimik und Gestik sind nicht nur häufig Gast von „Kultur pur“, sondern immer wieder ein Höhepunkt in Rosenheims Kleinkunstszene. Sie waren der passende Abschluss eines wunderbar abwechslungsreichen Kleinkunstabends im Theater am Markt-Ost.

 

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