Komö­die von Woo­dy Allen

Regie: Clau­dia Loy

Ein Appar­te­ment im noblen Wohn­vier­tel Cen­tral Park West in New York City ist Schau­platz die­ser rasan­ten, sar­kas­ti­schen und äußerst unter­halt­sa­men Komö­die über Untreue, Eitel­kei­ten, Ehe­kri­sen und Pro­fil­neu­ro­sen. Zwei ver­meint­lich befreun­de­te Ehe­paa­re tref­fen hier auf­ein­an­der und ver­tei­len unver­hoh­len klei­ne­re und grö­ße­re Gemein­hei­ten.

Die bei­den Paa­re sind viel­fäl­tig mit­ein­an­der ver­strickt:
Die erfolg­rei­che Psy­cho­ana­ly­ti­ke­rin Phyl­lis hat die Roman­ze ihres Man­nes Sam ent­deckt, Carol hin­ter­geht ihren Mann Howard und auch ihre Freun­din und wird dabei selbst hin­ter­gan­gen, Sam glaubt sich in einer glück­li­chen Bezie­hung und bekommt uner­war­te­te Kon­kur­renz, und der manisch-depres­si­ve Howard schwankt zwi­schen Selbst­mord, über­trie­be­ner Zukunfts­hoff­nung und dem Küchen­herd.

In ihrer psy­cho­lo­gi­schen Zim­mer­schlacht ent­hül­len die vier nach und nach ihre jah­re­lan­ge Ver­ach­tung für­ein­an­der und lie­fern sich eben­so zyni­sche wie auch unter­halt­sa­me Wort­ge­fech­te aus lau­tem Humor und intel­lek­tu­el­ler Fein­sin­nig­keit.
Das Erschei­nen der blut­jun­gen Juliet, einer Pati­en­tin von Phyl­lis, bringt die ein­ge­fah­re­nen Bezie­hun­gen der vier völ­lig durch­ein­an­der.

Central Park West, Anja Rajch und Veronika Englberger
Cen­tral Park West, Anja Rajch und Vero­ni­ka Engl­ber­ger

Die­se New Yor­ker Intel­lek­tu­el­len-Schi­cke­ria und die poin­tier­ten Dia­lo­ge machen „Cen­tral Park West“ zu einer typi­schen Woo­dy Allen-Komö­die, und damit zu einem aus­ge­spro­chen kurz­wei­li­gen Abend des Autors, der mit 26 Jah­ren zunächst sati­ri­sche Kurz­ge­schich­ten schrieb, dann Thea­ter­stü­cke für den Broad­way und mit 34 Jah­ren sei­nen ers­ten Film in Per­so­nal­uni­on als Dreh­buch­au­tor, Regis­seur und Haupt­dar­stel­ler prä­sen­tier­te.

OVB, 4.3.2015, ©OVB/M.Jacobi

(Ori­gi­nal: http://www.ovb-online.de./rosenheim/kultur/boshaftigkeiten-witz-4784841.html)

Bos­haf­tig­kei­ten und Witz

Eine lan­ge Leder­couch, ein paar Stüh­le und wei­ße Wür­fel­re­ga­le: das ist die eher nüch­ter­ne Woh­nungs­ein­rich­tung eines erfolg­rei­chen New Yor­ker Schi­cki-Micki-Paa­res. Alles ande­re als nüch­tern ent­wi­ckelt sich die vom Ensem­ble des Rosen­hei­mer TAM OST unter der Regie von Clau­dia Loy gespiel­te tem­po­rei­che und stim­mig besetz­te Komö­die „Cen­tral Park West“ von Woo­dy Allen.

Der amü­sier­te Zuschau­er wird für knap­pe ein­ein­halb Stun­den Zeu­ge eines furio­sen Feu­er­werks aus Bos­haf­tig­kei­ten, Witz und Situa­ti­ons­ko­mik.

Im Beziehungskampf: (von links) Anja Rajch (Phyllis), Oliver Männer (Sam), Zoe Rucker (Juliet), Gerd Meiser (Howard), Veronika Englberger (Carol). Foto: M. Jacobi Der amüsierte Zuschauer wird für knappe eineinhalb Stunden Zeuge eines furiosen Feuerwerks aus Boshaftigkeiten, Witz und Situationskomik.
Im Bezie­hungs­kampf: (von links) Anja Rajch (Phyl­lis), Oli­ver Män­ner (Sam), Zoe Rucker (Juliet), Gerd Mei­ser (Howard), Vero­ni­ka Engl­ber­ger (Carol). Foto: M. Jaco­bi
Der amü­sier­te Zuschau­er wird für knap­pe ein­ein­halb Stun­den Zeu­ge eines furio­sen Feu­er­werks aus Bos­haf­tig­kei­ten, Witz und Situa­ti­ons­ko­mik.

Zwei Ehe­paa­re, die in der Woh­nung auf­ein­an­der tref­fen, befin­den sich in einer aku­ten Ehe­kri­se, betrü­gen sich gegen­sei­tig und lie­fern sich hit­zi­ge Wort­ge­fech­te über Untreue, Eitel­kei­ten und Pro­fil­neu­ro­sen.

Anja Rajch spielt die gefühls­kal­te, berech­nen­de Psy­cho­lo­gin Phyl­lis mit selbst­be­wuss­ter Arro­ganz, schnei­den­dem Ton­fall und einer vul­gä­ren Per­fi­die, die einem das Blut in den Adern gefrie­ren lässt. Dass aus­ge­rech­net ihre ver­meint­li­che Freun­din Carol (Vero­ni­ka Engl­ber­ger) eine Affä­re mit ihrem Mann Sam (Oli­ver Män­ner) hat, will Phyl­lis zunächst nicht wahr­ha­ben, bringt sie aber bald zur Rase­rei. Vor Wut hat sie schon eine kost­ba­re ägyp­ti­sche Skulp­tur zer­trüm­mert.

In leicht ange­trun­ke­nem Zustand, stets ein Wein­glas in der Hand, demü­tigt Phyl­lis nicht nur ihre Freun­din Carol, son­dern zieht auch über deren weich­li­chen Mann Howard her, einen erfolg­lo­sen Schrift­stel­ler, den Gerd Mei­ser über­zeu­gend lar­moy­ant in Sze­ne setz­te. Wirkt Vero­ni­ka Engl­ber­ger in der Rol­le der Carol mit ihren ahnungs­lo­sen Fra­gen zunächst glaub­wür­dig naiv und unschul­dig, ent­puppt sie sich bald als die noch Durch­trie­be­ne­re, die mit zahl­rei­chen Affä­ren auf­war­ten kann. Bit­ter wird es für Carol, als Sam ihr gesteht, dass er nicht sie, son­dern Juliet (Zoe Rucker) liebt, eine blon­de Bar­bie, die nicht mal halb so alt ist wie er und spä­ter aus­ge­rech­net mit dem sof­ten Howard anban­delt.

Schlag­fer­tig­keit und sub­ti­le Sot­ti­sen kenn­zeich­ne­ten die sich rasant stei­gern­den Streit­ge­sprä­che, in denen die Gegen­sei­te, wie geschickt sie sich auch wehrt, immer noch ein­mal über­trumpft und tie­fer gede­mü­tigt wird. Ziem­lich def­tig waren die Aus­fäl­le von Phyl­lis, buch­stäb­lich ein Tref­fer ins Schwar­ze der Pis­to­len­schuss nach dem lächer­li­chen Selbst­mord­ver­such von Howard, etwas schrill und über­dreht der Schluss. Für die ver­gnüg­li­che Pre­miè­re des Woo­dy Allen Klas­si­kers erhielt das Ensem­ble des TAM OST vom Publi­kum lang anhal­ten­den und ver­dien­ten Applaus.

2015 - Plakat - CENTRAL PARK WEST, Modelle: (lnr) Anja Rajch, Gerd Meiser, Zoe Rucker, Oliver Männer, Veronika Englberger, Bild: Alexander Schoenhoff

PRE­MIE­RE:  Sa 28. Febru­ar 2015

WEI­TE­RE TER­MI­NE
Fr/Sa 06/07 März
Fr/Sa 13/14 März
So 15 März
Fr/Sa 20/21 März
Sa/So 28/29 März

Spiel­be­ginn: 
Frei­tags und Sams­tags 20 Uhr,
Sonn­tags 17 Uhr
Ein­lass:
ca. 15 Min. vor Spiel­be­ginn

Im ENSEM­BLE TAM OST

Regie:Clau­dia Loy
Büh­ne:Ensem­ble
Licht/Ton:Ingo Hob­orn
Kos­tüm:Ensem­ble
Foto­gra­fie:Rena­te M. May­er
Pla­kat:Alex­an­der Schoe­n­hoff
 Schau­spie­lerals
Vero­ni­ka Engl­ber­gerCarol
Anja RajchPhyl­lis
Zoe RuckerJuliet
Oli­ver Män­nerSam
Gerd Mei­serHoward

Schlag­wor­te zum Stück