CENTRAL PARK WEST

Komödie von Woody Allen

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Plakat CENTRAL PARK WEST 2015

2015 – Plakat – CENTRAL PARK WEST

Vorstellungstermine:
Samstag, 28. Februar 2015, 20 Uhr, Première
Freitag / Samstag, 6. / 7. März, 20 Uhr
Freitag / Samstag, 13. / 14. März, 20 Uhr
Sonntag, 15. März, 17 Uhr
Freitag / Samstag, 20. / 21. März, 20 Uhr
Samstag, 28. März, 20 Uhr
Sonntag, 29. März, 17 Uhr

Im Ensemble TAM OST – Produktion (Klick zum zei­gen)
Regie: Claudia Loy
Bühne: Ensemble
Licht/Ton: Ingo Hoborn
Kostüm: Ensemble
Plakat: Alexander Schoenhoff
Fotografie: Renate M. Mayer
Im Ensemble TAM OST – Schauspiel (Klick zum zei­gen)
Schauspieler als
Veronika Englberger Carol
Anja Rajch Phyllis
Zoe Rucker Juliet
Oliver Männer Sam
Gerd Meiser Howard

Zum Inhalt:

Central Park West - Bild: Sharla GentileEin Appartement im noblen Wohnviertel Central Park West in New York City ist Schauplatz die­ser rasan­ten, sar­kas­ti­schen und äußerst unter­halt­sa­men Komödie über Untreue, Eitelkeiten, Ehekrisen und Profilneurosen. Zwei ver­meint­lich befreun­de­te Ehepaare tref­fen hier auf­ein­an­der und ver­tei­len unver­hoh­len klei­ne­re und grö­ße­re Gemeinheiten.

Die bei­den Paare sind viel­fäl­tig mit­ein­an­der ver­strickt:
Die erfolg­rei­che Psychoanalytikerin Phyllis hat die Romanze ihres Mannes Sam ent­deckt, Carol hin­ter­geht ihren Mann Howard und auch ihre Freundin und wird dabei selbst hin­ter­gan­gen, Sam glaubt sich in einer glück­li­chen Beziehung und bekommt uner­war­te­te Konkurrenz, und der manisch-depres­si­ve Howard schwankt zwi­schen Selbstmord, über­trie­be­ner Zukunftshoffnung und dem Küchenherd.

In ihrer psy­cho­lo­gi­schen Zimmerschlacht ent­hül­len die vier nach und nach ihre jah­re­lan­ge Verachtung für­ein­an­der und lie­fern sich eben­so zyni­sche wie auch unter­halt­sa­me Wortgefechte aus lau­tem Humor und intel­lek­tu­el­ler Feinsinnigkeit.
Das Erscheinen der blut­jun­gen Juliet, einer Patientin von Phyllis, bringt die ein­ge­fah­re­nen Beziehungen der vier völ­lig durch­ein­an­der.

Central Park West, Anja Rajch und Veronika Englberger

Central Park West
lnr: Anja Rajch und Veronika Englberger

Diese New Yorker Intellektuellen-Schickeria und die poin­tier­ten Dialoge machen „Central Park West“ zu einer typi­schen Woody Allen-Komödie, und damit zu einem aus­ge­spro­chen kurz­wei­li­gen Abend des Autors, der mit 26 Jahren zunächst sati­ri­sche Kurzgeschichten schrieb, dann Theaterstücke für den Broadway und mit 34 Jahren sei­nen ers­ten Film in Personalunion als Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller prä­sen­tier­te.

KRITIK OVB, 4.3.2015, ©OVB/M.Jacobi
(Original: http://www.ovb-online.de./rosenheim/kultur/boshaftigkeiten-witz-4784841.html)

Boshaftigkeiten und Witz

Eine lan­ge Ledercouch, ein paar Stühle und wei­ße Würfelregale: das ist die eher nüch­ter­ne Wohnungseinrichtung eines erfolg­rei­chen New Yorker Schicki-Micki-Paares. Alles ande­re als nüch­tern ent­wi­ckelt sich die vom Ensemble des Rosenheimer TAM OST unter der Regie von Claudia Loy gespiel­te tem­po­rei­che und stim­mig besetz­te Komödie „Central Park West” von Woody Allen.

 
Im Beziehungskampf: (von links) Anja Rajch (Phyllis), Oliver Männer (Sam), Zoe Rucker (Juliet), Gerd Meiser (Howard), Veronika Englberger (Carol). Foto: M. Jacobi<br />  Der amüsierte Zuschauer wird für knappe eineinhalb Stunden Zeuge eines furiosen Feuerwerks aus Boshaftigkeiten, Witz und Situationskomik.

Im Beziehungskampf: (von links) Anja Rajch (Phyllis), Oliver Männer (Sam), Zoe Rucker (Juliet), Gerd Meiser (Howard), Veronika Englberger (Carol). Foto: M. Jacobi
Der amü­sier­te Zuschauer wird für knap­pe ein­ein­halb Stunden Zeuge eines furio­sen Feuerwerks aus Boshaftigkeiten, Witz und Situationskomik.

Zwei Ehepaare, die in der Wohnung auf­ein­an­der tref­fen, befin­den sich in einer aku­ten Ehekrise, betrü­gen sich gegen­sei­tig und lie­fern sich hit­zi­ge Wortgefechte über Untreue, Eitelkeiten und Profilneurosen.

Anja Rajch spielt die gefühls­kal­te, berech­nen­de Psychologin Phyllis mit selbst­be­wuss­ter Arroganz, schnei­den­dem Tonfall und einer vul­gä­ren Perfidie, die einem das Blut in den Adern gefrie­ren lässt. Dass aus­ge­rech­net ihre ver­meint­li­che Freundin Carol (Veronika Englberger) eine Affäre mit ihrem Mann Sam (Oliver Männer) hat, will Phyllis zunächst nicht wahr­ha­ben, bringt sie aber bald zur Raserei. Vor Wut hat sie schon eine kost­ba­re ägyp­ti­sche Skulptur zer­trüm­mert.

In leicht ange­trun­ke­nem Zustand, stets ein Weinglas in der Hand, demü­tigt Phyllis nicht nur ihre Freundin Carol, son­dern zieht auch über deren weich­li­chen Mann Howard her, einen erfolg­lo­sen Schriftsteller, den Gerd Meiser über­zeu­gend lar­mo­yant in Szene setz­te. Wirkt Veronika Englberger in der Rolle der Carol mit ihren ahnungs­lo­sen Fragen zunächst glaub­wür­dig naiv und unschul­dig, ent­puppt sie sich bald als die noch Durchtriebenere, die mit zahl­rei­chen Affären auf­war­ten kann. Bitter wird es für Carol, als Sam ihr gesteht, dass er nicht sie, son­dern Juliet (Zoe Rucker) liebt, eine blon­de Barbie, die nicht mal halb so alt ist wie er und spä­ter aus­ge­rech­net mit dem sof­ten Howard anban­delt.

Schlagfertigkeit und sub­ti­le Sottisen kenn­zeich­ne­ten die sich rasant stei­gern­den Streitgespräche, in denen die Gegenseite, wie geschickt sie sich auch wehrt, immer noch ein­mal über­trumpft und tie­fer gede­mü­tigt wird. Ziemlich def­tig waren die Ausfälle von Phyllis, buch­stäb­lich ein Treffer ins Schwarze der Pistolenschuss nach dem lächer­li­chen Selbstmordversuch von Howard, etwas schrill und über­dreht der Schluss. Für die ver­gnüg­li­che Première des Woody Allen Klassikers erhielt das Ensemble des TAM OST vom Publikum lang anhal­ten­den und ver­dien­ten Applaus.

 

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