„Irgend­wann darfs auch mal gut sein…”

Renate M. Mayer, Claudia Loy und Klaus Lüders, Bild: Alexander Schoenhoff
Rena­te M. May­er, Clau­dia Loy und Klaus Lüders, Bild: Alex­an­der Schoe­n­hoff
Auf eige­nen Wunsch trat Rena­te M. May­er bei der Vor­stands­neu­wahl am 8.3.2015 nicht mehr an.

Ihre Ent­schei­dung hat­te sie schon vor eini­gen Mona­ten ver­kün­det, nach 16 Jah­ren im Vor­stand des Thea­ter am Markt e.V. , davon 12 Jah­re als 1. Vor­stand. 

So eine lan­ge und hoch­ak­ti­ve Dienst­zeit kann getrost als „prä­gen­der Ein­fluss” gewer­tet wer­den. Und es gibt wohl kei­nen im Ver­ein oder des­sen Umfeld der das bestrei­ten wür­de.

 

Und eben weil Rena­te M. May­er, wie es Amts­nach­fol­ge­rin Clau­dia Loy in ihrer kur­zen Anspra­che aus­drück­te, „so gro­ße Fuß­stap­fen hin­ter­lässt” wur­de sie gegen Ende der Sit­zung vom neu­en Vor­stand Clau­dia LoyGer­hard Sell­mairKlaus Lüders und Ange­li­ka Sewald-Löf­fel­mann in einer klei­nen fei­nen Zere­mo­nie gleich­zei­tig sowohl zur Ehren­vor­sit­zen­den als auch zum ers­ten Ehren­mit­glied des Ver­eins ernannt. Die­se aktu­ell noch inof­fi­zi­el­le Ernen­nung erfor­dert eine Sat­zungs­än­de­rung, wel­che bei der nächs­ten Ver­eins­ver­samm­lung zur Abstim­mung gege­ben wird.

(Zum Ori­gi­nal­bei­trag: http://www.ovb-online.de/rosenheim/rosenheim-stadt/kulturbiotop-bluehen-gebracht-4806014.html)

Ver­dienst­me­dail­le der Stadt für Thea­ter­prin­zi­pa­lin Rena­te M. May­er

Kul­tur­bio­top zum Blü­hen gebracht”

Da sprang das Publi­kum im Thea­ter­saal über­rascht auf und applau­dier­te stür­misch, als Ober­bür­ger­meis­te­rin Gabrie­le Bau­er am Ende ihrer Anspra­che Rena­te M. May­er, die zwölf Jah­re lang als Vor­sit­zen­de des Ver­eins „Thea­ter am Markt Ost” amtiert hat­te, die Ver­dienst­me­dail­le der Stadt ver­lieh.

Du hast in schwie­ri­gen Zei­ten und mit dem Umzug des Hau­ses viel erreicht; ihr habt hier zusam­men ein blü­hen­des Kul­tur­bio­top erschaf­fen”, hat­te Bau­er die Thea­ter­prin­zi­pa­lin, Regis­seu­rin und Schau­spie­le­rin freund­schaft­lich gewür­digt.

Zudem agie­re die Mul­ti­ta­len­tier­te erfolg­reich seit 14 Jah­ren als Vor­le­se­rin in der Stadt­bi­blio­thek.

May­er hat­te zuvor die Beset­zung des neu­en Vor­stands bekannt­ge­ge­ben (wir berich­te­ten) und im Anschluss an die Ver­eins­ver­samm­lung zu einem Steh­emp­fang im Nach­gang zu ihrem 75. Geburts­tag gela­den. Ihre Nach­fol­ge­rin Clau­dia Loy und Zwei­ter Vor­sit­zen­der Ger­hard Sell­mair sag­ten ihr in eben­so herz­li­chen Wor­ten Dank wie Regis­seur und Schau­spie­ler Klaus Schö­berl.

Hans Anker, Wirt der „Thea­ter­schen­ke”, brach­te als auf­ge­ta­kel­te streit­lus­ti­ge Gat­tin den „Opern­be­such” von Cis­sy Kra­ner auf die Büh­ne, bevor Rena­te Pröbs­tl in die Rol­le von „Mar­cel Reich-Rani­ckis Schwes­ter” schlüpf­te und ihrer geschätz­ten Kol­le­gin in amü­san­ter Wei­se beschei­nig­te, das klas­si­sche und das epi­sche Thea­ter durch den Umzug vom Bou­le­vard der Innen­stadt ins Gewer­be­ge­biet zusam­men­ge­führt zu haben.

Die Tanz­trup­pe des Ensem­bles bot einen ful­mi­nan­ten Abschluss mit „You can‘t stop the music” aus dem Musi­cal „Hair­spray”, bevor die Jubi­la­rin ihre Gäs­te zum Wei­ter­fei­ern ein­lud.

„Fei­er-Abend...“

In die­sem dop­pel­deu­ti­gen Sinn wur­de ihr Aus­schei­den im Rah­men des anschlie­ßen­den „Fei­er-Abends” – zu dem Rena­te M. May­er selbst ihre Gäs­te auch nach­träg­lich ihres 75. Geburts­tags gela­den hat­te – ent­spre­chend gefei­ert und gewür­digt. Zuerst sprach die Gast­ge­be­rin ihre ganz per­sön­li­che „Ein­lei­tung zur Aus­lei­tung”.
OB Gabriele Bauer, Bild: Alexander Schoenhoff
OB Gabrie­le Bau­er, Bild: Alex­an­der Schoe­n­hoff

Ober­bür­ger­meis­te­rin Gabrie­le Bau­er betrat als nächs­te die Büh­ne. 

Die Ober­bür­ger­meis­te­rin, die auch pri­vat eine lan­ge Freund­schaft mit Rena­te M. May­er ver­bin­det, hielt eine durch­aus emo­tio­na­le Rede und war­te­te dann am Ende ihrer Lau­da­tio auch gleich mit der ers­ten gro­ßen Über­ra­schung auf:

Ehrung von Renate M. Mayer durch OB Gabriele Bauer, Bild: Alexander Schoenhoff
Ehrung von Rena­te M. May­er durch OB Gabrie­le Bau­er, Bild: Alex­an­der Schoe­n­hoff
Wegen ihrer bemer­kens­wer­ten Leis­tun­gen nicht nur für den Ver­ein, son­dern auch als eine der Kul­tur­per­so­nen Rosen­heims, wur­de Rena­te M. May­er von OB Bau­er die Ehren­me­dail­le der Stadt Rosen­heim über­reicht.

Ver­dienst­me­dail­le für Breit­brun­nerin

Anläss­lich ihres 75. Geburts­ta­ges ver­lieh Ober­bür­ger­meis­te­rin Gabrie­le Bau­er die Ver­dienst­me­dail­le der Stadt Rosen­heim an Rena­te M. May­er aus Breit­brunn. In ihrer sehr per­sön­li­chen und ein­fühl­sa­men Ver­lei­hungs­re­de wür­dig­te die Bür­ger­meis­te­rin May­ers viel­fäl­ti­ges kul­tu­rel­les Schaf­fen in der Stadt und im Land­kreis.

Rena­te M. May­er, die ab Mit­te der Sieb­zi­ger­jah­re zehn Jah­re als Kate­che­tin in der Volks­schu­le Breit­brunn wirk­te, stand damals schon als Kaba­ret­tis­tin und Song­schrei­be­rin mit den „Wadlbei­ßern“ auf der Büh­ne. Nach ihrer lang­jäh­ri­gen Tätig­keit im Bil­dungs­werk Rosen­heim über­nahm sie bald die Lei­tung des mit dem Kul­tur­preis der Stadt aus­ge­zeich­ne­ten „Thea­ters am Markt“, heu­te TAM OST Rosen­heim, in dem sie auch als Ama­teur­schau­spie­le­rin gro­ße Aner­ken­nung fand. Zugleich war sie Mit­be­grün­de­rin und danach eini­ge Jah­re Zwei­ter Vor­stand im Kul­tur­fo­rum Rosen­heim e.V., des­sen Anlie­gen vor allem die Ver­net­zung und Ver­tre­tung der Kul­tur­schaf­fen­den im Raum Rosen­heim ist.

Kulturdezernent Michael Keneder, Renate M. Mayer, OB Gabriele Bauer und Kulturreferent Robert Berberich
Kul­tur­de­zer­nent Micha­el Kene­der, Rena­te M. May­er, OB Gabrie­le Bau­er und Kul­tur­re­fe­rent Robert Ber­be­rich (vlnr)

Seit 14 Jah­ren gestal­tet sie in der Stadt­bi­blio­thek Rosen­heim als Vor­le­se­rin ein Lite­ra­tur­pro­gramm für Erwach­se­ne und schreibt Bespre­chun­gen für den Kul­tur­teil des OVB. Ihre Gedich­te und ihre Ein­füh­run­gen in das Schaf­fen zeit­ge­nös­si­scher Künst­ler bei Aus­stel­lungs­er­öff­nun­gen sind auch wegen ihrer sprach­li­chen Qua­li­tät hoch geschätzt. Außer­dem zeigt sie selbst immer wie­der Aus­stel­lun­gen ihrer Foto­ar­bei­ten, von denen ein Teil auch im Haus des Gas­tes in Breit­brunn zu sehen war.

Nach der Bür­ger­meis­te­rin folg­te – ohne Wis­sen der Gast­ge­be­rin – die zwei­te gro­ße Über­ra­schung des Abends, ein eigens zusam­men­ge­stell­tes Über­ra­schungs­pro­gramm, ein­ge­lei­tet von Clau­dia Loy und Ger­hard Sell­mair mit ihren Anspra­chen.
Claudia Loy und Gerhard Sellmair, Bild: Alexander Schoenhoff
Clau­dia Loy und Ger­hard Sell­mair, Bild: Alex­an­der Schoe­n­hoff
Hans Anker, Bild: Alexander Schoenhoff
Hans Anker, Bild: Alex­an­der Schoe­n­hoff
Hans Anker gab gleich im Anschluss als Cis­sy Kra­ner mit dem „Opern­be­such” eine sei­ner fabel­haf­ten Tra­ves­tienum­mern.
Klaus Schöberl, Bild: Alexander Schoenhoff
Klaus Schö­berl, Bild: Alex­an­der Schoe­n­hoff
Klaus Schö­berl sprach danach von sei­nen gern erin­ner­ten Erleb­nis­sen mit der lang­jäh­ri­gen Freun­din, Mit-Schau­spie­le­rin und Regis­seu­rin und Amts­kol­le­gin zu sei­ner eige­nen Zeit im Vor­stand.
Nach ihm folg­te Rena­te Pröbs­tl als„Reich-Rani­ckis Schwes­ter”  und hielt ihre fast schon sport­lich anmu­ten­de kaba­ret­tis­ti­sche Fest­re­de zu Ehren von Rena­te M. May­er „anstel­le ihres ver­hin­der­ten Bru­ders Mar­cel”.
Renate Pröbstl, Bild: Alexander Schoenhoff
Rena­te Pröbs­tl, Bild: Alex­an­der Schoe­n­hoff
Das per­fek­te und sprit­zi­ge Fina­le lie­fer­te schließ­lich das Gala-Ensem­ble mit Clau­dia Loy, Danie­la May­er, Gabrie­la Schmidt, Jut­ta Schmidt, Hans Anker, Her­mann Hager, Andy Kulot, Chris­ti­an Reit­in­ger, Sera­fin Schu­mann und Ger­hard Sell­mair mit der Tanz­num­mer „You can‘t stop the music” aus dem Musi­cal „Hair­spray”

Den gelun­ge­nen Abschluss und Aus­klang des Abends bot der anschlie­ßen­de Steh­emp­fang am Buf­fet in der Thea­ter­Schen­ke.

Bil­der: Alex­an­der Schoe­n­hoff