Komö­die von Peter Shaf­fer

Regie: Jut­ta Schmidt

„Brinds­ley Mil­ler, Carol Mel­kett, Harold Gor­rin­ge, Miss Fur­ni­val und Colo­nel Mel­kett„
Peter Fritsch, Anja Rajch, Her­mann Hager, Gabrie­la Schmidt und Tho­mas Ter­pet­sch­nig

Peter Shaf­fer bringt sei­ne Komö­die im Dun­keln durch eine genia­le Idee zum Leuch­ten: Die Büh­ne ist hell, wenn sie für die Dar­stel­ler im Dun­keln liegt, und dun­kel, wenn das Licht angeht. Wäh­rend auf der Büh­ne das Ori­en­tie­rungs­ver­mö­gen ver­lo­ren geht, hat der Zuschau­er den Über­blick und amü­siert sich über die zahl­rei­chen Fett­näpf­chen, die in der Dun­kel­heit lau­ern.

Ein gro­ßer Abend im Leben des jun­gen Bild­hau­ers Brinds­ley Mil­ler:
Ein rus­si­scher Mäzen hat sich ange­kün­digt, um eine sei­ner Skulp­tu­ren zu kau­fen. Dann wäre Brinds­ley end­lich sol­vent und könn­te sei­ne Ver­lob­te Carol hei­ra­ten. Damit ihr gestren­ger Vater die­sen künst­le­ri­schen Durch­bruch mit­er­lebt, hat Carol ihn kur­zer­hand ein­ge­la­den.

KOMÖDIE IM DUNKELN - (lnr) Anja Rajch, Gabriela Schmidt, Hermann Hager, Daniela Mayer, Peter Fritsch Bild: ....
KOMÖ­DIE IM DUN­KELN - (lnr) Anja Rajch, Gabrie­la Schmidt, Her­mann Hager, Danie­la May­er, Peter Fritsch
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Um zu impo­nie­ren, hat Brinds­ley sei­ne schä­bi­gen Möbel gegen exqui­si­te Anti­qui­tä­ten sei­nes vor­über­ge­hend ver­reis­ten Nach­barn aus­ge­tauscht. Als die Siche­rung durch­knallt und auch noch Brinds­leys Ex-Freun­din und die Schnaps­dros­sel von neben­an her­ein­schnei­en und der Nach­bar vor­zei­tig aus dem Urlaub zurück­kommt, scheint das Cha­os kom­plett.

Aber es kommt immer schlim­mer, denn es taucht auch noch der E-Werks­tech­ni­ker auf, der den Kurz­schluss repa­rie­ren soll...

ovb 16.04.2013 Kri­tik von Mar­grit Jaco­bi
(Ori­gi­nal sie­he: https://www.ovb-online.de/rosenheim/kultur/dunkeln-munkeln-2854492.html)

PETER SHAF­FERS „KOMÖ­DIE IM DUN­KELN“ AMÜ­SIERT DAS PUBLI­KUM IM ROSEN­HEI­MER TAM OST

Im Dun­keln ist gut mun­keln

Allein die Zuschau­er behal­ten im Cha­os des Gesche­hens auf der Büh­ne den Über- und Durch­blick und amü­sie­ren sich daher könig­lich in Peter Shaf­fers tur­bu­len­ter „Komö­die im Dun­keln“. Der bri­ti­sche Autor, des­sen Stü­cke alle auf den Büh­nen der Welt und im Film reüs­sier­ten, hat­te für sei­ne 1965 geschrie­be­ne „Black Come­dy“, so der eng­li­sche Titel, eine bril­lan­te und wahr­haft zün­den­de Idee. Immer wenn im Spiel das Licht aus­geht, ist die Büh­ne hell. Dun­kel aber wird es, wenn die Beleuch­tung wie­der funk­tio­niert. Natür­lich schafft die­se Vor­aus­set­zung allein schon urko­mi­sche Situa­tio­nen, macht aus den Zuschau­ern Voy­eu­re und bie­tet den Schau­spie­lern reich­lich Gele­gen­heit, ihre ver­schie­de­nen Talen­te ein­zu­set­zen, nicht zuletzt schier artis­ti­sches Kön­nen bei „Fall­stu­di­en“ und haar­schar­fen Aus­weich­ma­nö­vern.

Jut­ta Schmidt, Schau­spie­le­rin in vie­len TAM OST-Insze­nie­run­gen, gab nun dort mit Shaf­fers Komö­die bei aus­ver­kauf­ter Pre­miè­re ihr Regie­de­büt. Mit gutem Gespür besetz­te sie die ver­schie­de­nen Rol­len und gab dem Stück das wich­ti­ge Tem­po. Da pass­te jeder Ein­satz, da über­zeug­te die Cha­rak­te­ris­tik der ein­zel­nen Figu­ren. Dem Slap­stick wird eben­so Raum gege­ben wie der Auf­de­ckung mensch­li­cher Schwä­chen.

„Carol Mel­kett, Brinds­ley Mil­ler und Miss Fur­ni­val„
Anja Rajch, Peter Fritsch und Gabrie­la Schmidt

So ziem­lich alles geht schief an die­sem für Brinds­ley Mil­lers so wich­ti­gem Abend und Peter Fritsch in die­ser Rol­le ver­leiht sei­ner wach­sen­den Ver­zweif­lung dar­über in pan­to­mi­mi­schen Glanz­leis­tun­gen Aus­druck. Als jun­ger, erfolg­lo­ser Künst­ler erwar­tet er den Besuch eines stein­rei­chen Kunst­samm­lers, zugleich hat sei­ne Ver­lob­te Carol ihren Vater, den auto­ri­tä­ren Colo­nel Mel­kett ein­ge­la­den, sei­nen zukünf­ti­gen Schwie­ger­sohn ken­nen­zu­ler­nen.

Bemüht um guten Ein­druck, tauscht er sein schä­bi­ges Mobi­li­ar gegen kost­ba­re Stü­cke aus der Woh­nung des ver­reis­ten Nach­barn Harold aus. Ein plötz­li­cher Kurz­schluss aber reißt nach und nach alle Betei­lig­ten in einen Stru­del unkon­trol­lier­ten Gesche­hens. Gela­de­ne wie unge­la­de­ne Gäs­te tau­chen auf und nur reich­li­cher Alko­hol­kon­sum aller lässt die Ver­wechs­lun­gen im Dun­keln all­mäh­lich nicht nur pein­lich, son­dern auch bizarr erschei­nen.

Treff­lich ver­an­schau­licht Anja Rajch als Carol ihre stei­gen­de Unsi­cher­heit in all dem Dilem­ma. Natür­lich kehrt Nach­bar Harold viel zu früh zurück, und Her­mann Hager spielt den schwu­len Fein­geist mit hin­rei­ßen­dem Geba­ren. Gelun­gen schräg agiert auch Gabrie­la Schmidt als ver­schro­be­ne Miss Fur­ni­val. Der Alko­hol nimmt ihr nicht nur die Angst vor der Dun­kel­heit, son­dern spornt sie zu auch tur­ne­ri­schen Übun­gen beson­de­rer Art an. Eine spe­zi­el­le Lach­num­mer gelingt Tho­mas Ter­pet­sch­nig in der Rol­le des Colo­nel Mel­kett. Allein wie er sich aus dem Schau­kel­stuhl kata­pul­tiert ist über­aus ergötz­lich und auch sonst ser­viert er tol­le Stunts.

Als schließ­lich noch Clea, Brinds­leys Exfreun­din auf­taucht, ist das Durch­ein­an­der per­fekt und Danie­la May­er gibt mit sicht­li­cher Won­ne als „Ram­pen­sau“ dem Affen Zucker beim Zer­pflü­cken ihres „Ehe­ma­li­gen“. Die Rie­ge der aus­ge­zeich­ne­ten Schau­spie­ler kom­plet­tiert Alex­an­der Schoen­hoff als Schu­pan­ski, kunst­sin­ni­ger Mann vom E-Werk. Sein rus­si­scher Akzent ist ein ech­ter Hör­ge­nuss. Den darf Hans Anker im kur­zen Auf­tritt dann als Mil­lio­när und Kunst­samm­ler Geor­ge Godo­now noch fort­füh­ren. Wenn end­lich Schu­pan­ski gott­gleich mit thea­tra­li­schem „Es wer­de Licht!“ den Schal­ter anknipst, bedeckt gnä­dig Dun­kel­heit das voll­ende­te Tohu­wa­bo­hu.

Mit Jubel und gro­ßem Applaus dank­te das Publi­kum der Regis­seu­rin und ihren Dar­stel­lern für einen hoch­a­mü­san­ten Thea­ter­abend. Wer ihn nicht erleb­te, dem sei emp­foh­len: hin­ge­hen und lachen!

2013 - Plakat - KOMÖDIE IM DUNKELN, Idee, Jutta Schmidt, Bild: Alexander Schoenhoff
2013 - Pla­kat - KOMÖ­DIE IM DUN­KELN, Idee, Jut­ta Schmidt, Bild: Alex­an­der Schoen­hoff
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PRE­MIE­RE:  Sa 13. April 2013

WEI­TE­RE TER­MI­NE
Fr/Sa 19/20 April
Fr/Sa 26/27 April
So 28 April
Sa 04 Mai
So 05 Mai
Fr/Sa 10/11 Mai

Spiel­be­ginn: 
Frei­tags und Sams­tags 20 Uhr,
Sonn­tags 17 Uhr
Ein­lass:
ca. 15 Min. vor Spiel­be­ginn

Im ENSEM­BLE TAM OST

Regie:Jut­ta Schmidt
Assis­tenz:Simo­ne Gra­now­ski-Hein­ke
Büh­ne:Klaus Lüders
Licht/Ton:Klaus Lüders
Kos­tüm:Ensem­ble
Pla­kat:Alex­an­der Schoen­hoff nach einer Idee von Jut­ta Schmidt
 Schau­spie­lerals
Danie­la May­erClea
Anja RajchCarol Mel­kett
Gabrie­la SchmidtMiss Fur­ni­val
Hans AnkerGeor­ge Godo­now
Peter FritschBrinds­ley Mil­ler
Her­mann HagerHarold Gor­rin­ge
Alex­an­der Schoen­hoffSchu­panksi
Tho­mas Ter­pet­sch­nigColo­nel Mel­kett

Schlag­wor­te zum Stück