Koproduktion Theater am Markt / Inntaler Bauernbühne Rosenheim
Regie: Peter Panhans
Es spielten:
Sabine Jofer, Annette Louys, Monika Ruhsamer, Gerd Meiser, Bernd Metzger, Martin Niedermeier
16 Vorstellungen
Viel nackte Haut, amüsante Dialoge und kurze Einblicke in die Seele von Paaren um die 30. Die Komödie "Happy" von Doris Dörrie besitzt alle Attribute, die ein Stück braucht, um zu faszinieren. Die Inntaler Bauernbühne und das Theater am Markt nahmen sich des Stoffes an, adaptierten die Kinofassung "Nackt" und heraus kam eine rundherum stimmige Aufführung bei der Premiere im Rahmen der Rosenheimer Kleinkunsttage. Mit "Happy" lieferte Peter Panhans sein Regiedebüt ab - und machte seine Sache ebenso gut wie die sechs Darsteller.
Die Story ist schnell erzählt: Ein getrenntes Paar und ein zusammenlebendes Paar gehen zu einer Essenseinladung bei einem weiteren Paar. Eine Stunde davor beginnt die Handlung des Theaters. Die einen diskutieren über ihre verlorene Liebe, die anderen über ihre vorhandene Liebe und die Dritten über ihre erkaltete Liebe. Angefüllt mit Emotionen, geht das gemeinsame Essen vorbei. Plötzlich beginnt ein gewagtes Spiel. Alle wetten, dass jeder seinen Partner mit verbundenen Augen erkennt. Erst kreisen die Gedanken - dann Hände über Körper.
Weil Felix (Martin Niedermeier) mit Emilias (Monika Ruhsamer) Duldung an dem Spiel dreht, kippt die Stimmung. Annette (Sabine Jofer) und Boris (Bernd Metzger) nehmen Reißaus, auch Emilia und Felix verschwinden - zurück bleiben Charlotte (Annette Louys) und Dylan (Gerd Meiser). Die Aufarbeitung des Nichterkennens beginnt.
Mutig war die Entscheidung Panhans', dieses Stück auf der kleinen Bühne im Theater am Markt zu spielen. Ohne großen Aufbau- und Umbauschnickschnack liegt der Schwerpunkt auf der Ausdrucksfähigkeit der Charaktere. Kleine Accessoires und ein schlichtes, aber effektiv gestaltetes Bühnenbild geben viel Raum zur Entfaltung. In den einzelnen Paarszenen überzeugt jeder der Darsteller. Die Frauen zeigen den Männern ihr Herz. Emilia auf eine nachdenkliche, depressive Art, Annette erklärt sich intelligent, wohingegen Charlotte zickt und zetert. Die Charaktere sind glaubhaft. Ebenso die Männer, denen es ansatzweise gelingt, zumindest einen Blick auf ihr Innerstes werfen zu lassen. Sie sind die Pendants zu ihren Partnern: Felix als großer Bub, Boris als kleiner Verführer und Dylan als cooler Macher.
Die Nacktszene - die Damen und Herren entblößen nun auch ihre Körper - begeistert mit ihrer Offenheit. Kaltes blaues Licht schafft eine unwirkliche Atmosphäre. Doch im Zuschauerraum halten viele ihren Atem an: Die Akteure zeigen keine Berührungsängste - gehen sich selbst an, und den Beobachtern unter die Haut. Dass die Liebe und das Gute auch nicht zu kurz kommen, dafür hat Dörrie noch gesorgt. Doch die Versöhnungen sehen nicht Hollywood-mäßig aus, sondern anders. Kein Happyend, aber dafür glücklich.
Weitere Aufführungen:
Freitag, 24., Samstag, 25., Freitag, 31. Oktober, Samstag, 1., Freitag, 7., Samstag, 8., Freitag, 14., Samstag, 15., Freitag, 21., Samstag, 22. November (alle um 20 Uhr); Sonntag, 16. November um 10 Uhr Matinee und Brunch.
Mit dem Titel "Nackt" hatte Doris Dörrie, Autorin und Regisseurin der Komödie, ihrem Film einen zugkräftigen Titel verpasst. In einer Koproduktion haben die Inntaler Bauernbühne und das Theater am Markt nun das Stück für die Bühne im Theater am Markt inszeniert, Premiere war innerhalb der Rosenheimer KIeinkunsttage am Samstag, 18. Oktober, im Theater am Markt.
Peter Panhans führte die Regie und setzte die drei Paare, um die es in dem Stück geht, temperamentvoll in Szene.
Die kleineren, aber auch großen Probleme, die diese Beziehungen in Frage stellen, brechen offen hervor durch eine gewagte Wette. Erkennen sie sich im Dunkeln und nackt, nur durch Berührung? Und wer "sieht" die Seele seines Partners? Wenn letzteres auch kein Teil der Wette ist, so doch der wesentliche Punkt für ein gemeinsames Leben.
Monika Ruhsamer in der Rolle der Emilia, Martin Niedermeier als Felix, Annette Louys als Charlotte, Gerd Meiser als Dylan und Sabine Jofer als Annette sowie Bernd Metzger als Boris agieren mit viel Engagement, wobei die Aggressionen auf den jeweiligen Partner besonders bei den Frauen stärker als die Gefühle von Sehnsucht nach Liebe zum Ausdruck kommen. "Happy", wie das Stück in der Theateraufführung heißt, ist vorläufig niemand. Happy ist nur der Name von Charlottes Parfüm, das weder sie, noch Dylan mehr riechen kann.
Weitere Aufführungen sind am 24., 25., 31. Oktober, am 1., 8., 14., 15., 21., 22. November, jeweils um 20 Uhr, und am 16. eine Matinee um 10 Uhr.
Margrit Jacobi
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