15.03.2003 - Dracula

'DRACULA' von Itamar Kubovy und Rick Knutsen

März / April 2003

Regie: Stefan Hanus

Es spielten:
Kristina Moll, Lilli Fischer, Klaus Einsele, Herbert Prechtl, Helmuth Schröder, Thomas Terpetschnig, Hermann Kunz und Hans Anker

11 Vorstellungen


Echo vom 26. März 2003:

Hermann Kunz und Klaus EinseleZwischen Grusel und Gelächter

Premiere von "Dracula" im Theater am Markt in Rosenheim

Die Blutsauger sind unterwegs und pirschen sich gierig an ihre ahnungslosen Opfer an... momentan auf der Bühne im Theater am Markt in Rosenheim.

Der Regisseur Stefan Hanus hat dort die Gruselgroteske "Dracula" von Itamar Kubovy und Rick Knutsen nach dem Roman von Bram Stoker mit Witz, Verve und dem Gefühl für Spannung inszeniert. Seine Darsteller der einzelnen Figuren hat er gut ausgewählt und geführt. Die Schwärze der Bühne betont die Blässe von Draculas Gesicht und Händen, seine blutunterlaufenen Augen blicken hypnotisch, scheinheilig, gierig und Hermann Kunz lässt als dieser Vampir schon mal seine Arme flattern wie Fledermaus-Flügel, ist bedächtig in seinem Gang, doch immer sprung- und bissbereit. Seine Stimme mit leicht ungarischem Akzent kann schmeicheln, aber auch befehlen, Widerspruch zwecklos! Wenn zu Beginn Klaus Einsele als Anwalt Jonathan Harker eine unheimliche Begegnung mit Graf Dracula, seinem vermeintlichen Klienten, hat, zittert das Publikum bald mit ihm, dessen Verängstigung sich bis zur Panik steigert.

Tagebuchaufzeichnungen erzählen von Harkers Furcht und Schrecken und Einsele findet den feinen Grat zwischen Grusel und erlaubter Komik für die Zuschauer. Die lernen auch Mina, seine Verlobte in England, kennen: Elisabeth Fischer entwickelt diese Figur von der very british wirkenden Lehrerin, der besorgten Freundin und Verlobten zur resoluten, wehrhaften Frau in glaubwürdigem Spiel. Kristina Moll als ihre Freundin Lucy und als Draculas erstes Opfer ist leidend, ist lüstern in schnellem Wechsel, sanft, wie gefährlich. Hans Anker als ihr Verlobter Sir Arthur Holmwood darf immer wieder recht wirkungsvoll in Ohnmacht versinken, was Thomas Terpetschnig in der Rolle des Dr. John Seward nur einmal macht. Ansonsten ist er als Irrenarzt der eher nüchterne Typ, der seinen Mut noch zeigen wird. Viel Nerven kostet ihn sein Patient R. M. Renfield und Helmut Schröder hat sichtlich Spaß an der Darstellung des spinnen-, fliegen-, katzenfressenden Irren. Er brüllt und jammert aus Leibeskräften und wenn er die Wände tatsächlich hochgehen könnte: er würde es gerne tun! Am Amüsement der Zuschauer hat Herbert Prechtl seinen guten Anteil: Sein zerzauster Dr. Van Helsing stolpert gewichtig über die Bühne, parliert hübsch mit französischem Akzent und nimmt für alles erst mal einen Schluck aus dem Flachmann.

Schwarz und Weiß, ein müdes Braun, ein zartes Apricot für die Kostüme, ein schwarzer Tisch, ein roter, ein brauner Stuhl, pointierte Beleuchtung: Nichts lenkt ab vom gruslig-komischen Geschehen. Und der Irre spricht das Schlusswort. Wie das Stück endet? Hingehen, anschauen und selbst herausfinden!

Stefan Hanus und seiner Regieassistentin Gabriela Schmidt gelang eine spannende, temporeiche und humorige Inszenierung mit Darstellern, die überzeugten.

Weitere Aufführungen sind am 28., 29. März, 4., 5., 11. und 12. April, jeweils um 20 Uhr.

Margrit Jacobi


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